Special Olympics: Hephata-Handballer auf dem Weg nach Athen

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Wollen ganz vorn landen: Torwart Reinhard Wemhöner (von links), Trainerin Patricia Odriozola und der rechte Rückraumspieler René Krüger.

Treysa. Für Reinhard Wemhöner und René Krüger ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Die beiden Handballspieler mit einer Behinderung wurden im Dezember in das deutsche Nationalteam für die Weltspiele der Special Olympics in Athen berufen.

Im Gegensatz zu den Paralympics für Körperbehinderte richten sich die Special Olympics aber an Menschen mit einer geistigen Behinderung.

„Mein Herz hat laut geschlagen und ich musste die Freudentränen unterdrücken“, erinnert sich der 29-jährige René Krüger, als er hörte, dass er im Nationalteam spielen wird. Ähnlich erging es Torwart Reinhard Wemhöner: „Ich konnte es gar nicht fassen. Die Anspannung war so groß. Allerdings konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten.“

Auf diesen Augenblick haben die beiden lange hingearbeitet. Sie spielen seit vielen Jahren das körperbetonte Spiel, Reinhard Wemhöner beispielsweise seit 1983. Seit nunmehr sechs Jahren werden sie von der Sportkoordinatorin der Hephata-Werkstätten, Patricia Odriozola, trainiert. Die Sportlehrerin wurde zudem als Co-Trainerin des Nationalteams benannt.

„Die Jungs haben sich in der vergangenen Zeit weiter gesteigert“, berichtet Patricia Odriozola stolz. „Sie sind sehr freundlich und hochmotiviert.“ Einmal die Woche hat die Hephata Handballmannschaft Training, ansonsten arbeiten die beiden Nationalspieler in den Hephata Werkstätten.

Begonnen hat der Traum für die Handballer schon 2008. Zweimal nahmen sie mit ihrer Hephata-Mannschaft an den nationalen Spielen der Special Olympics in Karlsruhe und Bremen teil. Dort wurde ihr Talent erkannt und das Duo für das Nationalteam gesichtet.

Nach ihrer Berufung im Dezember in das Handball-Nationalteam hat sich auch nun das Training für die beiden verändert. „Wir machen jetzt zusätzlich ein Lauftraining“, sagt Trainerin Odriozola. „Außerdem gibt es Trainingswochenenden mit dem Nationalteam.“

Diese sind auch nötig. Zum einen, damit sich das Team mit Handballern aus ganz Deutschland besser kennen lernt. Zum anderen, damit das hochgesteckte Ziel der deutschen Mannschaft erreicht wird. Denn 20 verschiedene Handballmannschaften treten in Athen an. „Wir wollen unter die ersten drei kommen“, sagt Patricia Odriozola.

Von der Nationalmannschaft hat sie ein gutes Bild. „Sie spielen alle sehr fair und sind ein richtiges Team“, sagt sie. Lob gibt es aber auch von ihren Spielern. „Sie ist eine sehr gute Trainerin. Ohne sie wären wir nicht so weit“, erklärt Reinhard Wemhöner, der mit seinen 47-Jahren der Opa der Mannschaft ist, wie er selbst sagt. Besonders aufgeregt ist Rückraumspieler René Krüger, denn er ist noch nie geflogen. Aber natürlich freuen sich die beiden schon auf zwei Wochen in Griechenland. Denn neben dem Sport steht auch der kulturelle Austausch auf ihrem Programm.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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