Zwei Insolvenzen im Landkreis – Benzinkosten befeuern Problem

Speditionen werden Opfer des Preiskampfs

Schwalm-Eder. Im Transportgeschäft wird mit harten Bandagen gekämpft: Steigende Dieselkosten, wachsende Konkurrenz aus Ostdeutschland und Osteuropa sowie ein Unterbietungswettbewerb bei der Auftragsvergabe bringen vor allem kleinere Transportfirmen in Existenznöte. Zwei Speditionen aus dem Landkreis (aus Neukirchen und Morschen) sind im April in die Insolvenz geraten (HNA berichtete). Im Jahr 2010 waren es deutschlandweit 650 Speditionen, die den Betrieb einstellen mussten – der dritthöchste Wert seit den 90er-Jahren.

Eine der drängendsten Sorgen kommt aus den eigenen Reihen: „Es gibt zu viele schwarze Schafe in der Branche, die Transportaufträge annehmen, obwohl ihre Kosten durch die Erlöse nicht gedeckt werden“, sagt Ellen Kördel-Heinemann, Geschäftsführerin der Spedition Kördel in Guxhagen.

Während die Kosten unter anderem für Treibstoff, Maut, Reifen und Löhne stiegen, wie Kördel-Heinemann sagt, könnten diese Preissteigerungen nicht an die Kunden weitergegeben werden, erläutert Martin Rauter, Geschäftsführer der Homberger Spedition Rauter. Dafür fehle die Bereitschaft, weil sich immer jemand finde, der den Transport für die Preisvorstellung des Kunden erledige.

Die Gewinnmargen seien inzwischen so weit im Keller, dass es mit Blick auf die Lohnkosten für viele Firmen existenziell sei, ob der Monat 23 oder 18 Arbeitstage habe. Zusätzlicher Druck entstehe durch Konkurrenten aus Osteuropa, aber auch Ostdeutschland, wo die Lohnkosten niedriger seien.

„Der Preiskampf ist hart“, bestätigt auch Sven Vollmann, Prokurist bei der Treysaer Spedition Heidelmann. Er spricht von Gewinnmargen von zwei Prozent. Nach Auskunft von Martin Bulheller, Sprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, sind aktuell besonders kleine Firmen mit schmaler Kapitaldecke gefährdet.

Lokales/ Zum TagE

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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