Speichenfest: Rotenburg und Bebra begründen ihre Absage

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Ungewisse Zukunft: Rotenburg und Bebra wollen beim Speichenfest nicht mitmachen. Unser Foto entstand auf der Bartenwetzerbrücke am Radsonntag im Jahr 2010. 

Melsungen. Das Speichenfest an der Fulda wird in diesem Jahr ohne Rotenburg und Bebra stattfinden. Das bestätigten die beiden Städte offiziell am Montag. Als Gründe nennen sie unter anderem die Mehrkosten, die durch Einsparungen des Landes Hessen entstehen, und Uneinigkeit bei der Sponsorensuche.

Dabei geht es eigentlich um verhältnismäßig kleine Summen. Die Entscheidung hatte daher auch in Melsungen für Verwunderung gesorgt. Mit 4400 Euro hatte Hessen Mobil, das Straßen- und Verkehrsmanagement des Landes, den Radsonntag bisher unterstützt. Das Geld diente zur Finanzierung der Umleitungen und Straßensperrungen. Doch damit ist Schluss, das Land will sparen.

Alexander Dupont

„Die Kosten für die Anrainergemeinden wären gestiegen“, begründet Alexander Dupont von der Stadtentwicklungsgesellschaft Bebra die Entscheidung. Dort stehe das Dampflokfest vor der Tür, die Stadt müsse in Vorleistung gehen. Und auch 1000 Euro seien Geld.

Ein weiterer Streitpunkt: Bei einem Konzept für ein Sponsoring sei man sich nicht einig geworden. „Wir wollten Generalsponsoren“, sagt Dupont. Unternehmen hätten dabei das gesamte Speichenfest sponsern sollen. Der Gegenvorschlag sei gewesen, dass jede Kommune sich selber auf die Suche macht, um für ihren Bereich an Zuschüsse zu kommen.

Auch in Rotenburg hätte man lieber ersteren Weg beschritten. „Das wäre auch für die Sponsoren attraktiver gewesen“, sagt Kerstin Schulz von der Tourist-Information. Man sei sich aber nicht einig geworden. Zudem habe man auch in Rotenburg mit einem riesigen Finanzloch zu kämpfen.

Ein weiterer Punkt ist ein großes Radfest, das dem Speichenfest möglicherweise künftig Konkurrenz macht: Die Nordhessen Touristik plant im kommenden Jahr eine solche Veranstaltung. Entsprechende Überlegungen bestätigt das Regionalmanagement Nordhessen.

Geplant sei ein Radfest auf dem Fulda-Radweg, das dem Fluss folgend bis nach Hann. Münden führen könnte. Ein möglicher Zeitraum dafür sei der Mai und Juni 2013.

Die nördlichen Kommunen entlang der Speichenfeststrecke suchen nun nach einer Alternative. Denkbar ist beispielsweise eine kleine Lösung mit einer Strecke, die nicht bis nach Rotenburg führt.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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