11.530 Euro für Bedürftige im Schwalm-Eder-Kreis

Statt Trauerkranz: Witwe von Landrat Neupärtl spendet Geld an Tafeln

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Hilfe für Helfende: Koordinator Peter Laukner (links) und Dekan Christian Wachter (rechts) nahmen die Spende von Annika und Dagmar Neupärtl entgegen.

Homberg. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, selbst nach seinem Tod seiner Heimatregion zu helfen: Auf Wunsch des an einem Krebsleiden verstorbenen Landrats Frank-Martin Neupärtl übergaben seine Witwe und seine Tochter eine Geldspende.

Dagmar und Annika Neupärtl übergaben das Geld an die Tafeln des Schwalm-Eder-Kreises.

In der Traueranzeige des Politikers bat man um Spenden an die Tafel. „Meinem Vater waren auch die Menschen wichtig, die nicht genug im Leben haben, um über die Runden zu kommen“, erklärt Annika Neupärtl den Spendenaufruf.

Dringende Anschaffungen 

11.530 Euro sind in Gedenken an den ehemaligen Landrat aus Homberg zusammen gekommen und werden gleichmäßig auf die vier Tafeln in Fritzlar, Homberg, Melsungen und Schwalmstadt aufgeteilt. Das Geld soll für die laufenden Kosten der Einrichtungen benutzt werden, aber auch als Reserve für dringende Anschaffungen dienen. Als Beispiel nennt Peter Laukner, Koordinator der Homberger Tafel, die Arbeitskleidung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Etwa 70 Freiwillige helfen in der Homberger Tafel aus, darunter auch viele Betroffene selbst.

Die Tafeln im Schwalm-Eder-Kreis wollen nicht nur eine Nahrungsmittelquelle für Bedürftige aus der Region sein. Die Tafel-Betreiber möchten ihren Kunden ein normales Leben und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Neben der klassischen Tafel, von der Sozialleistungsempfänger zweimal in der Woche eine Kiste mit Lebensmittel erhalten, gibt es deshalb in den Verkaufsräumen vom „EinLaden“ auch Kleidung, Schuhe und Möbel für wenig Geld. Außerdem findet jeden Mittwoch ein offener Mittagstisch statt.

Mit diesem Angebot wolle man die Tafel attraktiver machen, so der Vorsitzende des Diakonischen Werks, Dekan Christian Wachter. „Die Tafel soll keine Nische werden, in dem die Notleidenden abgespeist werden.“, sagt Wachter. „Der Mittagstisch ist für alle offen, selbst Bürgermeister Nico Ritz kommt gelegentlich und isst in dieser Runde.“

Tafeln sind schwer erreichbar 

Etwa 1840 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis sind Kunden der Tafel. Das sei nur ein Bruchteil derer, die Anspruch auf die Leistung hätten, weiß Pfarrerin Margret Artzt vom Diakonischen Werk Schwalm-Eder. Viele kämen nicht, weil der Weg aus dem Umland zu den vier Tafeln in Homberg, Fritzlar, Melsungen und Schwalmstadt zu weit und zu teuer sei. Ein gemeinnütziger Fahrdienst könnte da Abhilfe schaffen, meint Artzt.

Alleine könne die Tafel dieses Problem nicht bewältigen, wünschenswert wären weitere Initiativen wie der Borkener Bürgerbus, der die Menschen zu den Tafeln fahre. Bis zur Lösung dieses Problems helfe aber die Geldspende im Alltag der Tafel.

Von Margarete Leissa

Quelle: HNA

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