Spezialfahrzeug befreite 220 Kilogramm schweren Patienten aus Fachwerkhaus

Rettung mit Spezialfahrzeug: Wehrführer Michael Iwanowski dirigierte den Korb des Teleskopmastes in die richtige Stellung. Foto: Wenderoth

Neumorschen. Einen ungewöhnlichen Rettungseinsatz gab es am Donnerstagabend in Neumorschen. Die Werksfeuerwehr der B. Braun Melsungen AG musste einen 220 Kilogramm schweren Mann mit einem Spezialfahrzeug aus dessen Wohnung retten.

Der Rettungsdienst hatte das Teleskopmast-Fahrzeug angefordert.

Der Notarzt aus Melsungen und ein Rettungswagen aus Spangenberg waren vor Ort. Der Erkrankte befand sich in der oberen Etage eines Fachwerkhauses an der Marktstraße. Der Transport durch das enge Treppenhaus war dem Rettungsdienst nicht möglich. Die Feuerwehrleute aus Neumorschen, unter Leitung von Markus Kalb forderten daher das Teleskopmastfahrzeug an.

Vier Werkfeuerwehrleute kamen unter der Leitung von Wehrführer Michael Iwanowski mit dem Spezialfahrzeug zur Einsatzstelle.

Mittlerweile war auch ein Schwerlast-Rettungswagen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg in dem Mörscher Ortsteil eingetroffen. In diesem Rettungswagen können auf der verstärkten Trage und einer speziellen Halterung Personen bis zu 330 Kilogramm transportiert werden.

Die Spezialhalterung zur Aufnahme einer Rettungstrage an dem Teleskopmast kann mit bis zu 500 Kilogramm belastet und bis zu 42 Meter hoch ausgefahren werden. Mit dem Teleskopmast konnte der erkrankte Mann innerhalb weniger Minuten aus der oberen Etage des Hauses zu dem Rettungswagen gebracht werden. Die Hub-Rettungsfahrzeuge ( Drehleiter-Fahrzeuge) verkraften bei voller Ausladung maximal ein Gewicht von 250 Kilogramm. „In 99 Prozent der Fälle reicht das auch“, sagte Iwanowski, der auch stellvertretender Stadtbrandinspektor in Melsungen ist.

Einziges Fahrzeug in Region

Schwierig sei in solchen Fällen außerdem die Rettung durch das Fenster. Beim Einsatz in Neumorschen passte es gerade so - im Notfall gehe es an die Bausubstanz. In einigen Regionen nähmen solche Schwerlast-Rettungen deutlich zu. Im Altkreis Melsungen gebe es es etwa vier Fälle jährlich.

Da das nächste vergleichbare Teleskopmast-Fahrzeug in Frankfurt-Höchst stationiert sei, werde die Werkfeuerwehr aber häufiger angefordert, da mehr Menschen liegend aus ihren Wohnungen geholt werden. Dies geschehe, um die Patienten möglichst schonend zu transportieren.

Quelle: HNA

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