„Es spielen fast alle“

Pokémon Go ist im Wolfhager Land angekommen, junge Leute im Bann der App

Füttert das Pokémon, das auf dem Handy ihres Freundes aufgetaucht ist: Die Bad Arolserin Elisa Verjans beim Spaziergang. Foto: privat/nh

Wolfhagen. Die beiden Ippinghäuser Sven Rewald (14) und Jannik Thomas (14) sind begeisterte „Pokémon Go“-Spieler. Seit einer Woche gehören die zukünftigen Neuntklässler der Wilhelm-Filchner-Schule zu vielen begeisterten Menschen, die sich mit Hilfe der App auf die Jagd nach Pokémons begeben.

Für die App brauchen Sven und Jannik ein internetfähiges Handy mit Kamera und GPS sowie eine stabile Mobil-Datenverbindung. Die App simuliert ihnen dann kleine Monster, die sich überall in der Stadt befinden.

Wolfhagens Innenstadt ist eine wahre Schatzkammer an Pokémons, Pokéstops und sogar einer Kampfarena. Pokémons, erklären die beiden Klassenkameraden, gebe es überall. Sie tauchen plötzlich an unterschiedlichen Orten auf und mit etwas Glück und genügend Erfahrungspunkten fängt man sie. An festen Plätzen verortet sind Pokéstops, wo sich Spieler verschiedene Dinge mitnehmen können, um Pokémons mit Pokébällen zu fangen und sie bei Kämpfen mit Heiltränken zu kurieren. Feste Standorte gibt es auch für Kampfarenen: Hier lassen Spieler ihre Pokémons gegeneinander antreten.

Bei „Pizza Blitz“ an der Burgstraße zum Beispiel ist ein Pokéstop, wo Spieler Heiltränke und Pokébälle finden. Außerdem tummeln sich hier auch Pokémons. Jannik, der an dem Tag schon gespielt hatte, freut sich: „Heute ist das bisher der beste Spot, um Pokémons zu fangen.“ Es dauert keine fünf Minuten, und er hat vier Stück erwischt.

Pokémon Go „spielen momentan fast alle“, berichtet Jannik. Er findet es wichtig, mitreden zu können. Und: Beim Spielen könne er die Stadt entdecken. Denn zu jedem Ort gibt Pokémon Go eine kurze Beschreibung. Bei Sven werden durch Pokémon Erinnerungen wach. Er schaute die Fernsehserie und spielte mehrere Spielteile, die erstmals in den 1990ern von Nintendo veröffentlicht wurden: „Pokémon war mein Lieblingsspiel.“ Warum er es jetzt wieder spielt? „Man kann mit Freunden etwas machen und kommt mal wieder raus.“ Zwar finden seine Eltern das Spiel „ein bisschen kindisch“, aber es störe sie nicht weiter.

Sven und Jannik laufen weiter durch Wolfhagen und erreichen nach einigen Pokéstops eine Kampfarena: In der evangelischen Kirche am Marktplatz treten sie gegen andere Pokémons an.

Das sagt die Polizei

„Privat habe ich schon von Pokémon Go gehört“, sagt Karsten Turski von der Wolfhager Polizei. „Aber dienstlich habe ich noch nichts damit zu tun gehabt.“ Bisher habe es im Wolfhager Land weder Menschenansammlungen, noch Beschwerden oder Unfälle im Zusammenhang mit der App gegeben. Als einzige Gefahr sehe er, dass die Spieler zum Beispiel unaufmerksam über die Straße gehen, um Pokémons zu fangen und dabei den Straßenverkehr nicht mehr wahrnehmen, weil sie so sehr auf das Spiel konzentriert sind. Daher sein Appell: „Den Straßenverkehr im Auge behalten.“

Quelle: HNA

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