Drei Solisten und ein Orchester traten in Bad Zwesten auf

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Konzerthöhepunkt: Die Solisten und das Orchester Deutsche Einheit spielten in Bad Zwesten unter anderem das Tripel-Konzert von Ludwig van Beethoven.

Bad Zwesten. „Einer für alle, alle für einen!“ Das Motto der drei Musketiere hätte für das solistische Spiel von Sarah Derman (Klavier) Noé Inui (Violine) und Nicolas Hugon (Violoncello) gelten können.

Drei, die sich blendend verstehen, und die sich zur Aufführung von Ludwig van Beethovens Tripelkonzert C-Dur, op. 56 in der Kulturhalle der Hardtwaldklinik in Bad Zwesten trafen. Sie führten lebendige Dialoge und verschmolzen in der Symbiose von empfindsamer und farbenreicher Klanggebung mit dem Orchester Deutsche Einheit (ODE). Wunderschöne, lyrische, geradezu kammermusikalische Elemente bestimmten das Largo, den zweiten Satz.

Virtuose Passagen

Von dem führte übergangslos das Cello zum dritten Satz und stellte mit warmem Gesang das tänzerische Hauptthema des Rondos alla Polacca vor. Ausdrucksstark brillierte die Geige, das Klavier übernahm in virtuosen Passagen die Führung bevor zwei Tuttischläge das Werk beendete.

Beethovens Konzert für drei Soloinstrumente und Orchester erfordert eine ausgewogene dynamische Balance. Die war bei Dirigent Christian Fitzner in guten Händen. Applaus, der nicht enden wollte, erwiderte das Klaviertrio mit Stücken von Astor Piazzolla und Gabriel Fauré.

Drei Virtuosen: von links Nicolas Hugon, Sara Dermann und Noé Inui beim Konzert im Kurhaus.

Mit den Variationen über ein Thema von Haydn, op. 56a, eröffnete Christian Fitzner das Konzert. Herrlich, wie das Orchester die gegensätzlichen Stimmungen entfaltete, die Johannes Brahms im Jahr 1873 den zehn Sätzen seiner Komposition verschrieb. Nach der Pause war es die 3. Sinfonie in f-Moll, op. 90, mit der das ODE mit bewegender Ausdruckkraft die Schattierungen der Klangwelt von Johannes Brahms interpretierte. Eine wunderbare Musik, die das Orchester mit akzentuiertem, fülligem Klang darbot.

Die Komponistin Clara Schumann schrieb 1884 an Brahms: „Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonische Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Guss, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel …!“

Ja, diesen Brahms, vorgeführt von hervorragenden Musikern und dem auf Zehenspitzen federnden Klangmeister, konnte man an diesem Abend in vollen Zügen genießen. Das erste Sinfoniekonzert des Jubiläumsjahrs der Bad Zwestener Meisterkonzerte geriet zu einem großartigen Hörerlebnis.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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