Urteil vor dem Marburger Landgericht

Spielothek-Überfall: Gefängnisstrafen für die Täter

War Ziel eines Überfalls: die Spielothek in Ziegenhain. Archivfoto: Köcher

Marburg/Schwalmstadt. Mit mehrjährigen Gefängnisstrafen für vier junge Männer endete am Donnerstag ein Prozess wegen schwerer räuberischer Erpressung vor dem Marburger Landgericht.

Die vier Männer waren verantwortlich für einen Raubüberfall auf eine Ziegenhainer Spielothek in Ziegenhain im Februar (wir berichteten).

Dabei hatten die Täter 830 Euro und zwei Handys erbeutet. Das Geld hatten die Vier, die aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie dem Kreis Marburg-Biedenkopf stammen und zum Zeitpunkt des Überfalls zwischen 20 und 22 Jahren alt waren, für den Kauf von Drogen in Holland ausgegeben und den Rest in Köln verjubelt.

Am Ende des zweiten Verhandlungstages verurteilte das Marburger Landgericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Thomas Wolf den 22-jährigen Haupttäter, der bei dem Überfall die Angestellte mit einer Schreckschusswaffe bedroht hatte, zu sieben Jahren Gefängnis. Einer seiner Komplizen, der ebenfalls mit einer Schreckschusspistole bewaffnet gewesen war, erhielt nach Jugendstrafrecht fünf Jahre Gefängnis, weil er zur Tatzeit erst 20 Jahre alt war.

Der Dritte im Bunde, den Richter Dr. Wolf als einen „Mitläufer wie aus dem Bilderbuch“ bezeichnete und der bei dem Überfall mit einer Machete bewaffnet gewesen war, muss für vier Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

Obwohl die drei Angeklagten die Tat gestanden hatten, sich vor Gericht reuig zeigten und sich bei den Opfern des Überfalls entschuldigten, folgte der Vorsitzende in seinem Urteil weitestgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Bei dem vierten Tatbeteiligten, der bei dem Überfall selbst nicht dabei war, aber nach Auffassung des Gerichts die Idee hatte, ging das Gericht weit über die von der Staatsanwaltschaft beantrage Gefängnisstrafe von einem Jahr hinaus: Mit versteinertem und fassungslosem Gesicht hörte der junge Mann an, wie ihn Richter Wolf zu drei Jahren Gefängnis verurteilte.

Mehrere Vorstrafen

Bei der Strafbemessung spielten für das Gericht neben der Tat auch mehrere Vorstrafen sowie zum Teil laufende Bewährungen aller Beteiligten eine große Rolle. Alle Verteidiger des Trios, das den Überfall begangen hatte, hatten die Verurteilung in einem minderschweren Fall beantragt.

Davon war das Gericht jedoch „meilenweit entfernt“, wie Richter Dr. Wolf in seiner Urteilsbegründung feststellte.

Quelle: HNA

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