Marco Schwab gehört zu den Besten in der Königsklasse der Online-Computerspieler

Er spielt ganz vorne mit

Beim Finale in Köln: Marco Schwab feuert seinen Clan an. Am Ende reichte es für den zweiten Platz. Foto: ESL/nh

Treysa. Marco Schwab aus Treysa verdient sein Geld spielend. Zumindest einen Teil davon. Der 25-Jährige erhält als professioneller Computerspieler „ein sehr gutes Taschengeld“ wie er sagt. Schwab spielt in der ESL Pro Series, einer Art Bundesliga für Computerspiele. Und wie im Fußball gibt es auch in seiner Liga Sponsorenverträge, Manager und Preisgelder. Bei der deutschen Meisterschaft in Köln wurde Schwab mit seinem Team beim Spiel „Counter-Strike: Source“ Zweiter.

Drei- bis viermal die Woche trainieren, jede Woche ein Liga-Spiel und der Kampf um die besten Spieler: Vieles erinnert bei der ELS Pro Series (Electronic Sports League) an den Ballsport auf dem grünen Rasen. Etwa 15 bis 20 Stunden die Woche verbringe er vor seiner Tastatur in digitalen Welten, schätzt Schwab. Während er sich im Universum der Online-Spieler als „SlyCer“ einen Namen gemacht hat, arbeitet er in der analogen Realität im Metallbau.

„Von vielen wird es als Killerspiel abgetan, es ist aber vor allem ein taktisches Spiel.“

Marco Schwab über Counterstrike

Sein älterer Bruder hatte ihn vor über zehn Jahren mit dem Spielvirus infiziert. Seitdem spielt der 25-Jährige nicht nur leidenschaftlich, sondern auch erfolgreich: Schritt für Schritt nahm er den Weg von der Amateurliga in die Königsklasse. Am besten beherrscht er „Counter-Strike: Source“: Ein Spiel, das bei vielen als „Ballerspiel“ verrufen ist und in dem Terroristen und Polizisten versuchen, sich gegenseitig den Garaus zu machen.

Marco Schwab kennt diese Anfeindungen: „Von vielen wird es als Killerspiel abgetan, es ist aber vor allem ein taktisches Spiel.“

16 Clans sind in der Liga

Neben den Gemeinsamkeiten gibt es aber auch viele Menge Unterschiede zur Bundesliga. Einer liegt in der Länge der Saison: Diese dauert bei der ESL Pro Series nur ein halbes Jahr. In diesen sechs Monaten treten die 16 so genannten Clans der Liga (vergleichbar mit den Teams im Fußball) gegeneinander an. Die meisten Partien werden über das Internet ausgetragen – das macht es einfacher, weil die Spieler über ganz Deutschland verteilt wohnen. Die Spieler einer Mannschaft kommunizieren mit Kopfhörer und Mikrofon. „So stimmen wir unsere Taktik ab“, sagt Schwab.

Zu interessanten Begegnungen und dem Finale kommen die Spieler aber zusammen. Die Wettkämpfe werden dann in großen Hallen in Metropolen ausgetragen. Zu diesen Wettkämpfen kommen – wie jetzt beim Finale in Köln – meist über 1000 Zuschauer.

Terroristen gegen Polizisten

Bei „Counter-Strike: Source“ besteht der Clan aus fünf Spielern. In diesem Fall treten also fünf Terroristen gegen fünf Polizisten an. Es werden 30 Runden gespielt, nach der Hälfte werden die Rollen getauscht. Neben „Counter-Strike: Source“ gibt es noch drei weitere Spiele, die fester Bestandteil der Liga sind.

Mit 25 Jahren gehört Schwab zu den Senioren seiner Sportart. Davon leben könne er aber auch in Zukunft nicht. Anders sehe es in Korea oder Japan aus, wo Spieler teilweise bis zu 175 000 Dollar im Vierteljahr verdienten. Die hiesige Liga sei aber noch nicht so weit. Für den zweiten Platz in Köln gab es immerhin 4000 Euro. Hintergrund

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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