„Queen of Klezmer“ Irith Gabriely gab Konzert in der Hospitalskapelle

Mit Liebe zur Musik: Irith Gabriely transportierte ihre Begeisterung für die Klezmer-Musik auf die Bühne. Fotos: Knauff

Schwalmstadt. Irith Gabriely lies die jüdische Tradition am Samstagabend auferstehen. Mit jüdischer Klezmer-Musik gemischt mit klassischen und modernen Stücken lösten die beiden Musiker aus Darmstadt in der Hospitalskapelle Begeisterung aus.

Denn die Musikerin wusste das Publikum zu unterhalten: Die in Haifa (Israel) geborene Klarinettistin klatschte in die Hände, sprang über die Bühne und schwang ihr Instrument im Takt der Musik.

Begleitet wurde sie von Peter Przystaniak. Der Pianist studierte an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt Klavier und arbeitete im Anschluss als musikalischer Leiter des Schauspielhauses in Darmstadt. Zusammen mit Irith Gabriely gründete er 1989 das Ensemble Colalaila. Die fünf Musiker spielten ein Repertoire von Klezmer, Klassik, Jazz und auch eigene Kompositionen von Peter Przystaniak. Diese Zusammenarbeit führte sie sogar schon bis in die Berliner Philharmonie.

Zwischen den einzelnen Stücken erzählte Irith Gabriely viel über das Programm und über die Rolle der Musik in der jüdischen Kultur. Trotz der guten Stimmung, die der Klezmer im Publikum verbreite, schwinge in jüdischer Musik auch immer ein bisschen Traurigkeit mit.

„Ich sehe es auch als Aufgabe des Musikers, unbekanntere Komponisten von hoher Qualität zu entdecken und bekannter zu machen,“erklärte die Darmstädterin. Dies ließ sich auch im Programm des Abends wiederfinden. Neben Kompositionen von Przystaniak spielte sie auch Stücke von Leó Weiner. Der ungarische Musiker sei in seiner Heimat zwar sehr bekannt, in Deutschland höre man aber selten etwas von ihm, sagte die Musikerin.

Die Liebe zur Musik wurde bei Irith Gabriely und Peter Przystaniak deutlich und übertrug sich auch auf das Publikum.

„Wenn sie könnten hätten sie wohl auf den Tischen getanzt,“ erklärte die Klarinettistin begeistert. Es gebe kaum einen Unterschied zwischen einer großen Halle und kleinen Räumen wie der Hospitalskapelle. Solang das Publikum mitgehe sei es auch für die Musiker ein schönes Erlebnis.

Guter Austausch

„Die Ausdrucksebene bei der Klezmermusik ist ähnlich wie beim Blues und beim Gospel. Es findet ein Austausch zwischen Musiker und Publikum statt, das ist auch der Grund, warum ich mitspiele,“ erzählte Peter Przystaniak.

Es entstehe eine besondere emotionale Ebene, die man bei klassischer Musik so nicht habe. Zum Ende hin bekamen die beiden Musiker noch Unterstützung von der Mezzosopranistin Anja Stroh. Sie begleitete die letzten Stücke gesanglich und rundete den Abend gelungen ab.

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

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