Fast 40 Frauen in Harnings Mühle

Spinnstube für Jung und Alt kommt gut an

Melsungen. Auf den Tischen in der Harnings Mühle in Melsungen stehen Kaffee und Kekse. Davor liegen Nadeln in allen Formen, Strickgarn, Wolle und Stoffe in allen Farben. Hier wird gestrickt, gestickt, gehäkelt – aber vor allem geschnuddelt, über Gott und die Welt.

Eine hohe Geräuschkulisse ist deshalb vorprogrammiert, wenn sich einmal im Monat die „Spinnstube für Jung und Alt“ trifft. Die Spinnstube ist ein Angebot, das eine Projektgruppe im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm „Aktiv im Alter“ unter der Leitung der Seniorenbeauftragten Marén Feldhaus organisiert hat. „Die Idee war, einen Beitrag zu leisten, in Melsungen Jung und Alt zusammen zu bringen“, sagt Heidi Erbe, die gemeinsam mit Ilona Braun, Ursula Schäfer, Christa Becker, Barbara und Ralf Schäfer die Projektgruppe leitet.

Seit November versammeln sich die Teilnehmer nun jeden ersten Montag im Monat zwischen 17 und 20 Uhr für ihre Handarbeit in der Spinnstube. In den Sommermonaten soll eine Pause eigelegt werden. Heute sind fast 40 Frauen gekommen. Das sind schon 20 mehr als beim ersten Termin. Die Frauen sitzen nebeneinander an den Tischen, sticken Decken und Bilder, stricken Schals, Pullover und Socken, nähen und filzen Taschen, häkeln – und schnuddeln. Hier werden Kontakte geknüpft, Ideen für neue Kreationen und praktische Tipps ausgetauscht.

„Wir kannten uns zwar mit Namen, haben uns aber erst hier richtig kennen gelernt“, erzählt Jutta Voges, die wie ihre Sitznachbarin Jutta Wolf gerade an einem Paar Strümpfe strickt. Das ist in Gesellschaft viel schöner, als alleine zuhause auf dem Sofa, sind sich die beiden einig.

„Genauso hatten wir es uns vorgestellt“, sagt Christa Becker, die die große Gruppe beobachtet. Das Ganze sei mittlerweile eigentlich ein Selbstläufer. „Helfen müssen wir nur selten, deshalb sind wir meist mit unseren eigenen Projekten beschäftigt.“

Auch der Austausch der Generationen sei gelungen, Frauen zwischen Mitte 30 und Mitte 80 sind heute in der Harnings Mühle. Das beste Beispiel dafür ist Oma Ilse Ritter (84 Jahre), die mit Tochter Josta Beschta (61) und Enkelin Sonja Rossberg (37) am Tisch sitzt. „Meine Enkelin hat die Initiative ergriffen“, gesteht die Seniorin, die gerade an einem Topflappen häkelt. Vielleicht könne man das nächste Mal auch noch die neunjährige Urenkelin begeistern, die gerade das Häkeln lernt.

Gegen Ende wird es still im Raum. Heidi Erbe will eine kurze Geschichte vorlesen: Von der „Schürze meiner Großmutter“. Artikel rechts

Quelle: HNA

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