Spitzelaffäre: SPD-Stadtverband veröffentlicht Anzeige mit schweren Vorwürfen

Schwalm-Eder. Der SPD-Stadtverband Fritzlar hat in der Spitzelaffäre nachgelegt. Im „Wochenspiegel“, dem Mitteilungsblatt der Stadt, erschien am Donnerstag eine Anzeige der SPD mit dem Titel: „Miese Verleumdungskampagne“.

Dieser sieht sich der unter Bespitzelungsvorwürfen stehende SPD-Politiker Karl Heinz Ernst ausgesetzt. In der Anzeige schießt der SPD-Stadtverband scharf gegen den Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil. Dieser betreibe mit seinem persönlichen Problem Wahlkampf auf niedrigstem Niveau. Und wörtlich: „Wir appellieren an die Besonnenen in der CDU, dem Treiben ihres unberechenbaren stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden ein Ende zu bereiten.“

Was mit dem Treiben konkret gemeint ist und warum Heil unberechenbar sein soll, erfährt man indes nicht.

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Der angesprochene Hans-Gerhard Heil darf sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu Details der Beschuldigungen äußern. In einem Telefonat mit der HNA war aber nicht zu überhören, wie sehr die Situation dem Tierarzt und dem eigenen Bekunden nach auch seiner Familie zusetzt.

In der SPD-Anzeige wird der Fraktionsvorsitzende Karl Heinz Ernst zitiert. Dort heißt es weiter, die Vorgänge seien ein Versuch des Täters, sich zum Opfer zu machen.

Und obwohl Ernst daraufhinweist, zur Verschwiegenheit verpflichtet zu sein, schreibt er: „Wer angeblich Dienstgeschäfte erledigt, sich in Wirklichkeit aber zuhause auf dem Freisitz sonnt, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Die Klärung eben dieser Vorwürfe steht aber noch aus: Die endgültige Entscheidung hat in dieser Sache das Verwaltungsgericht in Kassel.

Der SPD-Stadtverband ist sich sicher, dass die Initiatoren der angeblichen CDU-Kampagne der Stadt schaden.

Dieser Argumentation folgt Günter Faupel, CDU-Fraktionsvorsitzender in Fritzlar, nicht: „Dass die Stadt unter dem angeblichen Treiben von Hans-Gerhard Heil leiden soll, kann ich mir nicht vorstellen.“ Wenn Karl Heinz Ernst unterstelle, dass ein so angesehener Mann wie Dr. Heil der Stadt schade, habe er wohl ein Wahrnehmungsproblem. „Die Veröffentlichung der SPD schadet der Stadt sicher mehr.“ Hans-Gerhard Heil habe nichts unternommen und treibe auch nichts. „Heil ist doch seit Jahren der Getriebene“, sagt Faupel und ist empört. Es sei doch menschenunwürdig, wie mit ihm umgegangen werde. „Es gibt doch niemanden, der nachvollziehen kann, was dort passiert.“ Weiter möchte er die Anzeige der SPD nicht bewerten. „Als ehemaliger Lehrer wüsste ich aber, was ich unter einen solchen Text zu schreiben hätte“, sagt Faupel. (ddd)

Quelle: HNA

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