Nach Urteil zu Exklusiv-Vermarktung von TV-Fußballrechten

Sportsender: Wirte im Schwalm-Eder-Kreis wollen wechseln

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Fußball in der Kneipe gucken: Viele Wirte im Schwalm-Eder-Kreis wollen ihre Verträge mit dem Bezahlsender Sky kündigen.

Schwalm-Eder. Gastwirte, die ihren Gästen Fußball im Fernsehen bieten, zahlen bislang viel Geld dafür. Das ändert sich nach dem Urteil des europäischen Gerichtshofes über das Länder-Monopol der Vermarktung von TV-Fußballrechten.

Die Wirte können nun die Bundesligaspiele von ausländischen Sendern zeigen. Deshalb wollen auch viele Gastwirte im Schwalm-Eder-Kreis ihre Verträge mit dem Bezahlsender Sky kündigen - auch wenn die Spiele dann auf griechisch kommentiert werden.

Künftig können Wirte zwischen Satelliten-Decoder aus ganz Europa wählen und erheblich Geld sparen. Das will auch Helga Kobe von der Gaststätte Schützenhaus (Homberg): „Ich zahle 224 Euro pro Monat für mein Sky-Abo. Das ist auf jeden Fall zu teuer.“ Sie will sich nach Ablauf ihres Vertrages nach Alternativen umschauen. Bemessen werden die Preise nach der Quadratmeterzahl der Lokale.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“, findet Peter Rauch, Objektleiter des Euro-Rastparks in Guxhagen. Er hofft nach dem Urteil nun auf günstigere Preise.

200 Euro im Monat zahlt Dieter Eckhardt von der Gaststätte Kronenberger (Wabern) für sein Bundesliga-Paket. Auch er will sofort wechseln: „Ich habe extra einen Raum als Sky-Sportsbar umgebaut. Würde ich Sky in der normalen Gaststätte laufen lassen, müsste ich 400 Euro im Monat bezahlen.“ Ähnlich sieht das Klaus Tauber vom Lokal Zur Alten Mühle in Ziegenhain: „Das Angebot für uns eigentlich zu teuer. Wir bieten es nur zur Kundenbindung an.“

Vielleicht können aber die Wirte bei Sky bleiben, denn der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) geht davon aus, dass nun die Preise im Bezahlfernsehen sinken werden. „Ich hoffe, Sky geht mit dem Abo-Preis runter, denn jetzt herrscht Wettbewerb“, sagt der Dehoga-Landesverbandssprecher Sebastian Maier.

Von Michael Schorn und Daniel Schneider

Hintergrund

Pub-Besitzerin siegte vor Gericht

Bislang können Wirte in Deutschland nur zwischen den Bundesligasendern Sky und Liga Total wählen. Der Preis für ein Sky-Abo bei einer Kneipe bemisst sich an der Quadratmeterzahl. Viele Wirte klagen über jährlich steigende Kosten. Geklagt hatte eine englische Pub-Besitzerin. Diese wollte keine hohen Summen für den englischen Pay-TV-Sender zahlen und importierte deswegen einen Satelliten-Decoder aus Griechenland und hatte damit die Möglichkeit Premier League-Spiele zu zeigen. Dagegen klagte der englische Bezahlsender. Die Wirtin bekam vor dem Europäischen Gerichtshof recht. Eine Berufung ist nicht möglich. (dts)

Quelle: HNA

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