Nach Urteil zu Exklusiv-Vermarktung von TV-Fußballrechten

Sportsender: Wirte wollen wechseln

Wolfhager Land. Gastwirte, die ihren Gästen Fußball im Fernsehen bieten, zahlen bislang viel Geld dafür. Das ändert sich nach dem Urteil des europäischen Gerichtshofes über das Länder-Monopol der Vermarktung von TV-Fußballrechten. Die Wirte können nun die Bundesligaspiele von ausländischen Sendern zeigen. Deshalb wollen auch Gastwirte im Altkreis ihre Verträge mit dem Bezahlsender Sky kündigen – auch wenn die Spiele dann auf griechisch kommentiert werden.

Künftig können Wirte zwischen Satelliten-Decoder aus ganz Europa wählen, und erheblich Geld sparen, wie Dirk Krüger von der Wolfhager Gaststätte Zottels bestätigt: „Ich zahle 300 Euro pro Monat für mein Sky-Abo, auch dann, wenn die Bundesliga Sommerpause macht.“ Er hat seinen Vertrag bereits gekündigt. Bemessen werden die Preise nach der Quadratmeterzahl der Gaststätten.

Die Kosten für das Abo müsse man erstmal wieder hereinbekommen und das sei auf dem Land schwierig. Krüger ärgert, dass er für die Spiele bezahle und dann würden einzelne Begegnungen unverschlüsselt im Fernsehen gezeigt. „Wer kommt dann noch in die Kneipe.“

Ärgerlich über die hohen Sky-Preise ist auch Johannes Hofberger-Mas Millo, der die Märchenlandtherme und das Alte Rathaus in Wettesingen gepachtet hat. 450 Euro pro Monat koste ihn das Sky-Abo für seine Gäste. Dennoch wolle er mit der Kündigung noch warten, bis es ein vergleichbares Angebot gebe. „Ich rechne damit, dass die ausländischen Sender bald auch eine deutsche Synchronisation anbieten.“ Vielleicht aber können die Wirte auch bei Sky bleiben, denn der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) geht davon aus, dass nun die Preise im Bezahlfernsehen sinken werden. „Ich hoffe, Sky geht mit dem Abo-Preis runter, denn jetzt herrscht Wettbewerb“, sagt Kreis-Sprecher Herwig Leuk. ZUM TAGE

Von Daniel Schneider und Bea Ricken

Quelle: HNA

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