Mit einem Gottesdienst in den Ruhestand

Sonntag wird Hephata-Pfarrer Dr. Johannes Altmann verabschiedet

Verlässt das Diakoniezentrum in Richtung Zypern: Seit 1994 war Dr. Johannes Altmann Pfarrer (64) in Hephata, jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand. Foto: Rose

Treysa. Es sind viele kleine Abschiede, die Pfarrer Dr. Johannes Altmann in diesen Tagen in Hephata erlebt. Hier noch schnell ein Kaffee, da ein Händedruck, ein Lächeln, ein Ruf übers Gelände. Pfarrer Altmann kennt sie alle.

Und begegnet allen gleich. „Mir war es immer wichtig, Mitarbeitern und Bewohnern gerecht zu werden. Und eben in der Sprache zu sprechen, in der sie auch sprechen“, sagt er. Ende September steht der endgültige Abschied an: Dann geht der 64-Jährige in Ruhestand.

1994 trat Altmann die damals neu eingerichtete Pfarrstelle in Hephata an. Die Initiative ging vom damaligen Leiter des Diakoniezentrums Karl Biskamp aus: „Der suchte jemanden, der mal was Neues ausprobiert“, erzählt Altmann, der zuvor Pfarrer für Großropperhausen und Lenderscheid war. Das Experimentieren und Ausprobieren empfand der gebürtige Frankfurter zu jeder Zeit als spannend und herausfordernd. Da gab es kreative Gottesdienste für Kinder und Jugendliche, die Umsetzung der Osternacht.

„Dabei war das Publikum immer sehr gemischt – vom Schwerstbehinderten bis zum Professor. Meine Aufgabe habe ich immer darin gesehen, alle mit einzubeziehen.“ Wichtig sei ihm die Arbeit mit der Gemeindevertretung gewesen. Ab 1997 realisierte er zusammen mit engagierten Männern und Frauen alle zwei Jahre die Krippenausstellung.

Wie aus Bausteinen Bildern werden, weiß Altmann. Sein großes Hobby ist die Modelleisenbahn.

Alle halfen mit

Und Bilder, die gab es schlussendlich auf Initiative Altmanns auch in Hephata zu sehen: Und zwar unter anderem die des niederländischen Malers Kees de Kort. „Das Schöne war, dass ich nie allein war. Wenn ich gerufen habe, haben alle mitgeholfen“, erzählt der Pfarrer. Einer der Höhepunkte seien auch die Passionspiele mit Bewohnern gewesen. Im Team organisiete Altmann Reisen in den Libanon und nach Israel.

Am Herzen lag dem 64-Jährigen der integrative Konfirmandenunterricht. „Mit den Konfirmanden hat sich der schöne Brauch entwickelt, Geschenke für Mitarbeiter einzupacken. Allen, die Heiligabend arbeiten mussten, habe ich ein Päckchen vorbei gebracht“, erklärt Altmann. Was er ebenfalls geschätzt habe, sei der Kontakt zu den Kollegen der Kirchengemeinde Franz von Roques. „Ich mag die Stadtkirche. Deshalb habe ich mich dort auch trauen lassen.“ Den Horizont zu erweitern, neue Wege gehen – Johannes Altmann wandelt gern zwischen Welten. „Neben der theologischen Arbeit war es immer wichtig, anders gefordert zu sein, nicht zu verblöden.“ Das hat Altmann bewiesen. Mit seiner Promotion im Jahr 2010. „Das war so als würde ich eine Goldmedaille gewinnen.“

Gewinnen wird der Pfarrer in Zukunft mehr Zeit: Die will er mit seiner Frau, einer gebürtigen Zypriotin auf ihrer Heimatinsel verbringen, englisch und griechisch lernen, Programme für biblische Reisen ausarbeiten – und einfach mal nichts tun.

„Aber ich werde immer zwischen beiden Kulturen hin und her pendeln“, ist er überzeugt. Bei Besuchen seiner drei Kinder, der drei Enkelkinder und seiner Mutter in Deutschland.

• Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 29. September, zehn Uhr, Hephata-Kirche

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare