Sprache ist größtes Problem in der Flüchtlingsunterkunft Guxhagen

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Wohnen am alten Raiffeisengelände: Claudia Vogelsberg (Mitte) und ihr Sohn Maximilian (Zweiter von rechts) kümmern sich um die Flüchtlinge in der neuen Unterkunft. Auch Shafik Matraji (rechts) packt in den Sommerferien mit an. 

Guxhagen. Auf dem ehemaligen Raiffeisengelände am Guxhagener Bahnhof wohnen 40 Flüchtlinge. Die Sprache sei derzeit das größte Problem, sagen die Helfer.

Eine schwangere Frau kommt in den Aufenthaltsraum, zeigt auf ihren Bauch und sagt etwas auf Arabisch, es klingt dringend. „Kann mal jemand kommen, der das übersetzen kann. Ich glaube sie will zu einem Arzt“, ruft Claudia Vogelsberg. Fälle wie diese seien alltäglich im Flüchtlingsheim in Guxhagen. „Und dabei ist die Sprache derzeit das größte Problem.“

Seit gut einem Monat leben auf dem ehemaligen Raiffeisengelände Menschen aus fünf unterschiedlichen Ländern. Bis zu 50 haben dort Platz, derzeit leben etwa 40 Menschen dort, zwölf davon sind Kinder, die mit ihren Familien nach Deutschland gekommen sind.

Claudia Vogelsberg betreibt das Flüchtlingsheim mit ihrem Mann Joachim und Sohn Maximilian, der von morgens bis abends vor Ort im Büro für die Flüchtlinge da ist. „Hier fällt viel Verwaltungsarbeit an, weil man auch dauernd im Kontakt mit den Behörden steht“, erzählt Maximilian Vogelsberg.

Die Bewohner

Selbst gemacht: In zwei Küchen kochen die Bewohner ihr Essen. Walid Al Hasnawi guckt, ob die Hähnchenteile schon gut sind.

Im Flüchtlingsheim leben überwiegend Familien. Sie kommen aus dem Irak und dem Iran, aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Die meisten von ihnen waren vorher in der Unterkunft in Spangenberg. Einer von den Bewohnern ist Roulan Lamya (38) aus Syrien. Er ist mit seiner Frau und seinen Kindern in Guxhagen. „Das hier ist der beste Platz, an dem wir waren, seitdem wir in Deutschland sind“, erzählt er in gebrochenem Englisch. „Alles ist neu und man hat ein eigenes Zimmer, kann Fernsehen gucken und viele Leute kümmern sich um uns.“

Die Helfer

Neben den Vogelsbergs sind in der Unterkunft zahlreiche Helfer aus dem Asylkreis Guxhagen im Einsatz. „20 Mitglieder gibt es etwa, aber nicht alle sind aktiv“, sagt Vogelsberg. Die Ehrenamtlichen haben jetzt Arbeitskreise gebildet, um die Aufgaben, die in der Unterkunft anfallen, zu verteilen. Einige kümmern sich um Spenden, andere darum, dass die Flüchtlinge schnell Deutsch lernen. Beispielsweise komme eine Lehrerin regelmäßig für Deutschstunden vorbei. „Ab September gibt es hier regelmäßig Unterricht von einer zertifizierten Schule“, sagt Vogelsberg. Die „Spielgruppe“ beschäftigt sich mit den Kindern. „Wir basteln, gehen spazieren und auch mal ins Schwimmbad“, sagt Claudia Vogelsberg. Sechs der zwölf Kinder werden nach den Sommerferien eingeschult. „Vier müssten eigentlich in den Kindergarten, aber es gibt keine freien Plätze mehr.“

Die Paten

Dringend gebraucht würden noch Paten in Guxhagen. „Eine Patenschaft bedeutet, dass man sich gezielt um eine Familie kümmert.“ Besonders wenn es um Arztbesuche und Behördengänge geht, benötigten die Flüchtlinge Hilfe, sagt Vogelsberg. „Aber es ist auch wichtig, dass man nicht bei allem hilft, sondern sie auch laufen lässt, damit sie sich schnell alleine zurecht finden.“

Kleidung benötigt

Gebraucht werden Schulranzen, Kinderbücher und Kleidung für Kinder. Wer etwas spenden möchte oder eine Patenschaft für eine Familie (auch Teilzeit möglich) übernehmen möchte, kann sich unter Tel. 0 56 65/407 91 25 oder 0 56 65/94 88 55 melden

Quelle: HNA

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