Margarete Jäckel hat ein Buch über und in Schwälmer Mundart geschrieben

Die Sprache ihres Herzens

Machte sich fit in der Arbeit am Computer: Margarete Jäckel erzählt auf 80 Seiten Anekdoten aus der Schwalm und erklärt Schwälmer Begriffe. Foto: Rose

Schrecksbach. Nicht nur die Schwälmer Tracht verschwindet nach und nach aus dem Alltag – auch die Mundart wird von immer weniger Menschen gesprochen. Damit Redensarten und Ausdrücke nicht völlig verloren gehen, hat Margarete Jäckel (66) aus Holzburg jetzt ein Buch über die Schwälmer Mundart verfasst.

„Wie Schwälmer sprechen“ ist der der Titel des knapp 80-seitigen Werkes, das jetzt in der Kreissparkasse Schrecksbach vorgestellt wurde. Die 66-Jährige hat die Texte verfasst, die Illustrationen stammen von Ulla Achterberg.

„Eigentlich wollte Margarete Jäckel bei uns nur ein Girokonto für den Verkauf ihres Buches eröffnen“, erzählt Stefan Diebel, Geschäftsstellenleiter in Schrecksbach. Als Förderer von Kunst und Kultur habe sich die Bank jedoch entschlossen, beim Vertrieb zu helfen. „Wir waren uns schnell einig, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Die Kollegen konnten das Buch nicht mehr aus der Hand legen“, erklärte Diebel. Margarete Jäckel sei 1944 in Schrecksbach geboren und in armen Verhältnissen aufgewachsen. „Ihr Vater war Knecht aus Leidenschaft“, sagt Diebel.

Ihre Heirat 1962 mit Helmut aus Holzburg habe die Schrecksbacherin so kommentiert: „Das war eine schöne Jäckelei.“ Denn Margarete Jäckel ist sowohl gebürtig als auch verheiratet eine Jäckel. Die Hausfrau und Mutter zweier Söhne begann irgendwann, Schwälmer Begriffe aufzuschreiben. „Ich fühlte mich vom Mundartpfarrer Otto inspiriert“, sagt die 66-Jährige.

Seite um Seite füllte sich das Papier mit Schwälmer Anekdoten aus ihrer Kindheit, mit typischen Begrifflichkeiten und Redensarten. Nach Gesprächen mit Lehrerin Ulla Achtenberg und Schulleiter Konrad Selentschik wurde aus der fixen Idee, ein Buch heraus zu bringen, ein festes Ziel. „Mein Mann hat in der kommenden Zeit häufig aufs Essen warten müssen“, erzählte sie. Denn Margarete Jäckel machte erstmal einen Computerkurs – „um alles in eine ordentliche Form zu bringen“.

Ihre kurzen Geschichten erzählen vom Leben, von heimlicher Liebe, der Familie und aus der Schule. „Dabei war es gar nicht einfach, die gesprochene Mundart in eine vernünftige Schriftsprache zu übersetzen“, berichtete die Holzburgerin.

Jetzt Margarete Jäckel stolz, dass alles geschafft ist. Und dass sie den Enkelkindern, die oft nach Schwälmer Begriffen fragten, Antworten geben kann. „Wir brauchen uns nicht zu schämen, Schwälmer zu sein“, sagt Margarete Jäckel. • Erhältlich ist das Buch zum Preis von 9,95 Euro ab sofort in der Geschäftsstelle der Kreissparkasse in Schrecksbach sowie in allen anderen Geschäftsstellen. Weitere Verkaufsstellen sind die Verkehrsbüros in Ziegenhain, Neukirchen, Frielendorf und Alsfeld, das Malerstübchen Willingshausen, das Dorfmuseum Holzburg, das Museum der Schwalm Ziegenhain sowie die VR Bank.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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