Rückkauf des Stromnetzes durch die Stadt

SPD spricht sich für Verbleib bei Eon aus

Felsberg. Für einen Rückkauf des Stromnetzes von der Eon wird es in Felsberg voraussichtlich keine Mehrheit geben. Das zeichnet sich nach der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ab.

SPD-Fraktionsvorsitzender Hilmar Löber bestätigte gegenüber der HNA, dass sich seine Fraktion, die im Parlament die absolute Mehrheit hat, gegen diese Rekommunalisierung ausgesprochen habe.

Die Felsberger Stadtverordneten entscheiden am Donnerstag, 1. September, ob sie sich der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses anschließen (siehe Bericht unten).

Neun andere Kommunen hatten sich in den vergangenen Monaten dafür entschieden, in Verhandlungen über den Rückkauf der Stromnetze einzutreten (wir berichteten). Dazu sollte eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden.

Auch dieser Arbeitsgemeinschaft wird Felsberg voraussichtlich nicht beitreten, kündigte Löber an. Man wolle keine falschen Erwartungen gegenüber den Nachbarkommunen wecken. Allerdings werde es in seiner Fraktion zu diesem Thema keinen Fraktionszwang geben.

„Felsberg ist schon jetzt hoch verschuldet. Wir wollen mit dem Rückkauf des Stromnetzes nicht ein weiteres Fass aufmachen“, sagte Löber. Das Gutachten, in dem zur Rekommunalisierung geraten werde, habe seine Fraktion nicht überzeugt.

In die Entscheidung habe man auch die Tatsache einbezogen, dass in Felsberg viele Eon-Mitarbeiter leben, die um ihre Arbeitsplätze bangten, erklärte Löber. Seiner Fraktion gehöre jedoch kein Beschäftigter des Betriebes an.

Modellprojekt

Für die Eon spreche auch das Modellprojekt Intelligentes Netz, das in Niedervorschütz gestartet werden soll. Dort werde demnächst der Einsatz neuartiger Stromzähler getestet. Die Eon sei in dieses Projekt eingebunden. (hro)

Quelle: HNA

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