Springkraut verbreitet sich massenhaft in Feuchtlagen

Wildwuchs: Springkraut wächst überall, wo die Samen hinspringen, wie hier an der Baustelle Bahnhofstraße/Ecke Wagnergasse. Fotos: Schwehm  

Schwalm. Entlang der Bachläufe der Schwalm - überall wo es feucht ist - blüht es im Spätsommer noch rosarot. Insekten und Bienen schwirren zwischen dem hoch wachsenden Springkraut.

Diese Pflanze hat sich in den vergangenen Jahren rasant ausgebreitet. Die Natur bietet oft die beste Lösung für unbekannte Gewächse an, erklärt Dr. Wulf Rheinwald auf Anfrage. Der Tierarzt ist Vogelschutzbeauftragter des Nabu und hat sich vielseitig mit dem aus Indien stammenden Springkraut beschäftigt.

Vermehrung

Seit ungefähr vierzig Jahren sei das Springkraut mittlerweile heimisch in Europa, berichtet Rheinwald. Der Naturschützer spricht davon, dass sich die Pflanze so schnell ausbreiten konnte, da ihre Samen regelrecht aus der Blüte herausspringen: „Berührt man die reifen Samenträger, springen die Samen aus diesem heraus und keimen an weiteren Stellen.“ Aber nicht nur durch diesen Prozess entstehen neue Pflanzen, sondern auch heimisches Wild trage einen großen Teil zur Vermehrung bei. Im Fell klebend wird der Samen an neue Stellen gebracht, wo dann neue Standorte entstehen, sagt Rheinwald.

Bienen

Warum andere Lebewesen sogar von der Pflanze profitieren, erklärt der Vorsitzende des Imkervereins Ziegenhain. Arno Bosshammer ist als Bioland-Imker tätig und kennt die Pflanze schon lange. Eine Besonderheit des indischen Springkrauts sieht Arno Bosshammer in der späten Blütephase. Noch im September könne man rosa-lila blühende Stauden bewundern.

„Die Bienen können den Nektar noch sehr spät, wenn das Imker-Jahr eigentlich schon beendet ist, abtragen und sich davon ernähren. Wir Bioland-Imker verarbeiten den Honig daraus allerdings nicht.“ Der langjährige Imker beschreibt den Honig, der vermutlich aus dem Nektar des Springkrauts entstanden ist, als Betonhonig. Es handle sich hierbei um einen Melezitosehonig, also einen sehr festen, dickflüssigen Honig. Dieser sei nur äußert schwer aus den Bienenwaben zu lösen, so Bosshammer weiter.

Risiken

„Heimisches Wild hat einen natürlichen Instinkt, welche Pflanzen essbar sind und welche ungießbar sind. Kennt das Wild also ein Pflanze nicht, rührt es diese auch nicht an“, erklärt Rheinwald.

Nach Aussage von Rheinwald, stellt die Pflanze kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar: „Das Kraut ist nicht gefährlich, wie beispielsweise die Königsstaude oder Riesenbeerenklaue. Es kann auch zu keinen Hautreaktionen kommen.“

Von Philipp Schwehm

Quelle: HNA

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