Spritztouren in der Spur

Modellsportfreunde Schrecksbach sind in neue Halle gezogen 

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Nach fünfwöchiger Bauzeit ist der Schwalmring fertig: Andy Dädelow, Olaf Kufalk, Christoph Matz, Michael Eul, Thomas Fischer und Björn Mannewitz (von links) sind stolz auf die Strecke.

Willingshausen. Auf dem Schwalmring in Willingshausen donnern ab sofort die Motoren: Doch die Piloten sitzen nicht etwa mit Rennanzug und Helm hinterm Steuer – sie steuern ihre Elektromodellautos mit viel Fingerspitzengefühl per Fernbedienung.

Hinter den Modellsportfreunden liegen Wochen, in denen andere Qualitäten gefragt waren.

Die Modellsportgruppe des MCS Schrecksbach musste umziehen. Ihnen war der Vertrag für die Halle, in der seit 2009 trainiert wurde, gekündigt worden. In der Willingshäuser Wolfgang-Zeller-Straße fanden die Modellsportfreunde jetzt ihr neues Domizil – in einer ehemaligen Näherei.

In fünf Wochen haben die Mitglieder in etwa 1000 Arbeitsstunden die Halle ausgebaut: Teppich verlegt, einen Fahrerstand installiert, Schrauberplätze eingerichtet. Investiert Besonders stolz sind die 20 Motorsportbegeisterten auf die Rennstrecke, den Schwalmring. Die nächste vergleichbare Strecke gibt es im Odenwald.

Der Parcours ist 80 Meter lang. Gefahren wird mit Autos, die selbst zusammen gebaut werden. Aus vielen, winzig kleinen Einzelteilen, im Maßstab eins zu zehn. Das Hobby zieht junge Bastler an: „Der Verein hat erfreulichen Zuwachs, viele junge Leute zwischen acht und 16 Jahren“, erklärt Spartenleiter Michael Eul. Modell für Anfänger gebe es ab etwa 100 Euro, Profi-Fahrzeuge kosten um die 1000 Euro.

Deutscher Vizemeister

Das Training trägt Früchte: Nils Kufalk wurde mit 13 Jahren deutscher Vizemeister. Die Abteilung ist mittlerweile so groß, dass die Modellsportfreunde an nationalen Meisterschaften teilnehmen.

„Dabei denken die meisten, dass jeder eine Fernsteuerung bedienen kann“, sagt Vater Olaf Kufalk. Doch dem sei eben nicht so: „Wenn das Auto von mir wegfährt, ist die Steuerung kein Problem. Fährt der Wagen auf mich zu, muss das Gehirn umdenken. Und das erreicht man nur mit konstantem Training.“

Gemessen werden die Zeiten über Messschleifen unter dem Teppichboden. Jeder Wagen ist hierfür mit einem Transponder versehen. In der Spitze bringen es die Flitzer auf 53 Stundenkilometer.

Die Wagen sind meist aus Carbon mit einem Aluminiumaufbau. Geht am Auto etwas zu Bruch, muss geschraubt werden: „Hier kann man nicht wie beim Computer F5 drücken und dann ist es wieder ganz“, verdeutlicht Eul. Für junge Leute, die sich für den Modellsport interessierten, gebe es für erste Testläufe aber auch ein Vereinsauto sowie Akkus. Trainiert wird immer donnerstags und samstags. • Eröffnung der Rennstrecke, Samstag, 8. März, ab 14 Uhr, Wolfgang-Zeller-Straße 6, Willingshausen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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