Besser Feuerwehr feierte 75. Geburtstag und weihte das erweiterte Gerätehaus ein

Sprung in die Gegenwart

Ehrenplakette als Dank: Karl-Heinz Albert (links) erhielt von Bürgermeister Karl-Heinz Färber die Ehrenplakette der Gemeinde in Gold für 559 Arbeisstunden. In Abwesenheit gewürdigt wurde mit der Ehrenplakette auch Adolf Happich für 555 Arbeitsstunden beim Gerätehausanbau. Foto: Först

Besse. Wenn sich einer auskennt in der Geschichte der Feuerwehr Besse, dann Willy Leidheiser. Seit 40 Jahren ist er Schriftführer der Besser Wehr. Kein Wunder also, dass es Leidheisers Aufgabe war. bei der Feier zum 75. Geburtstag der Feuerwehr aus den Annalen der Brandschützer zu berichten.

Ihm halfen dabei die Aufzeichnungen seines Vorgängers Heini Rudolph, der die verloren gegangenen Ereignisse vor 1951 recherchiert hatte.

Zum Beispiel, dass im Jahr 1920 schon Adam Fuhrmann zum Ortsbrandmeister berufen worden war. Damals gab es noch keine freiwillige Feuerwehr, sondern eine Pflichtfeuerwehr.

Nach der Machtergreifung der Nazis rief derselbe Adam Fuhrmann in Absprache mit dem damaligen Bürgermeister 1934 die freiwillige Feuerwehr aus. Ein Jahr später wurde Adam Brede neuer Ortsbrandmeister.

Erste Mädchengruppe

35 Personen gehörten damals der Wehr an. Während des Krieges wurde wegen Männermangels eine Mädchengruppe gegründet. Die erste Motorspritze gab es im Jahr 1939. Zur besseren Versorgung des Oberdorfes wurde in den Jahren 1942 und 1943 die Zisterne auf dem Hof Siebert, Ecke Enger Weg, angelegt.

Nach dem Bombenangriff am 22. Oktober 1943 auf Kassel wurde die Wehr am Freiheiter Durchbruch eingesetzt. Drei Tage sollte der Einsatz dauern.

Nach 1945, so die Niederschrift, sei der Gedanke „Freiwillige Feuerwehr” eingeschlafen, andere Sorgen bestimmten damals den Alltag.

Erst nach dem völligen Abbrennen eines Wohnhauses in der Mühlenhecke wurde die Idee, eine Wehr zu gründen, neu überdacht. Man schrieb den 8. Dezember 1951, als die Wehr und danach die Freiwillige Wehr offiziell neu gegründet wurden.

Ein großer Sprung in der Vereinsgeschichte sei die Aufstellung der Katastrophen-schutzeinheit gewesen, informierte Leidheiser. Lösch- und Großlöschfahrzeuge wurden im Laufe der Jahre angeschafft, im April 1962 die Jugendabteilung gegründet.

Vielfältig seien die Einsätze bis heute, sagte Leidheiser. Neben Notfällen wie Bränden gehörten auch Einsätze bei Hochwasser und Unfällen dazu.

Zurzeit gehören der Besser Feuerwehr 48 Männer und Frauen an. Die Jugendwehr setzt sich aus 22 Mädchen und Jungen zusammen.

Beim Feuerwehrjubiläum am Wochenende wurde auch der Um- und Anbau an das Gerätehaus eingeweiht. 116 000 Euro steuerte die Gemeinde bei aus Konjunkturfördermitteln, die Besser Feuerwehrleute leisteten über 4000 Arbeitsstunden und wurden dafür beim Fest besonders geehrt.

Von Rosemarie Först

Quelle: HNA

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