Mehr als 4000 Sprünge

Homberger Fallschirmspringer: Weltrekord über Wüste Arizonas

Bestleistung beim Formationssprung: Der 41-jährige Wolfgang Köhler (rechts) gehört zu den 214 deutschen Fallschirmspringern, die in der Wüste Arizonas einen neuen Weltrekord aufgestellt haben. Foto:  V. Fischer/ dpa

Homberg. Mit 213 Fallschirmspringern aus Deutschland einen neuen Weltrekord im Formationsspringen aufstellen: Das gelang dem 41-jährigen Homberger Wolfgang Köhler am 24. Oktober.

Er stellte den Rekord über der Wüste Arizonas auf. 214 in Schwarz, Rot und Gold gekleidete Frauen und Männer sprangen dafür im amerikanischen Eloy aus 5800 Metern Höhe und hielten für ganze vier Sekunden eine vorher festgelegte Formation. Keiner Mannschaft aus einem anderen Land war so was zuvor gelungen.

„Die größte Herausforderung war für mich nicht der Sprung selbst, sondern vielmehr, alle Teilnehmer bei Laune zu halten“, erklärt Köhler, der bereits seit seinem 22. Lebensjahr jede freie Minute zum Fallschirmspringen nutzt. Mehr als 4000 Sprünge hat der zum Fallschirmjäger ausgebildete Berufssoldat in den vergangenen 20 Jahren bereits absolviert.

Glückliche Gesichter

Das Größte am Weltrekordversuch war für Köhler der Moment, als sich der Himmel über Eloy schwarz-rot-gold färbte und er die glücklichen Gesichter seiner Mitstreiter erblickte: „Ohne gegenseitiges Vertrauen wäre das niemals möglich gewesen“, sagt der 41-Jährige. Doch bevor es überhaupt so weit kommen konnte, war eine gut durchdachte Organisation nötig. Bereits ein Jahr, bevor es nach Eloy ging, wurden aus allen interessierten Fallschirmspringern in Deutschland die besten ausgewählt.

In Grüppchen wurde in der Heimat eine gemeinsam festgelegte Formation einstudiert. Dann hieß es für alle Springer auf nach Amerika. Nach einigen Trockenübungen am Boden ging es schließlich für die 214 Frauen und Männer in die Luft.

Aus zehn Flugzeugen, die in V-Formation höhenversetzt flogen, wurde gesprungen. Der Homberger gehörte zum inneren Kreis und sorgte für die Stabilität. Dabei sei es wichtig gewesen, dass jeder Springer gleich seine Position fand. Nach und nach dockten die Springer - der jüngste war 19, der älteste 66 Jahre alt - aneinander an und formten damit das Weltrekord-Gebilde, ähnlich einer Schneeflocke.

„Bei vorherigen Versuchen ging immer irgendetwas etwas schief. Aber am 24. Oktober griff alles ineinander. Wir hatten es endlich geschafft“, berichtet Köhler. Der Truppe war das Gelingen wichtig: „Schließlich hatten wir noch eine Rechnung offen.“

Vor zwei Jahren gescheitert

Vor zwei Jahren seien sie beim Versuch einer Großformation nur knapp gescheitert. Diesmal klappte alles, und die deutsche Mannschaft lief dem Weltrekordhalter Russland, der zuletzt eine Formation mit 201 Springern schaffte, den Rang ab.

Nun können sich der Homberger und seine 213 Sprungkollegen über einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde freuen.

Von Viktoria Fischer

Quelle: HNA

Kommentare