Kinder gestalteten in Obermelsungen Bücher zum 200. Jahrestag der Hausmärchen

Auf der Spur der Grimms

Junge Künstlerin: Livia Strothjohann zeigt ihr Lieblingsbild. Sie hat das Brüder Grimm-Märchen Frau Holle illustriert. Foto: V. Koch

Melsungen. Vorsichtig blättert Livia Strothjohann die Seiten des Märchenbuchs um. „Frau Holle ist mein Lieblingsmärchen“, sagt die Neunjährige. Vor ihr auf dem Tisch liegt ihre ganz persönliche Ausgabe des Märchens der Brüder Grimm.

Die hat Livia bei der Kulturinitiative Begegnungsraum in Obermelsungen hergestellt. Zum 200. Jahrestag der Erstausgabe der Grimmschen Hausmärchen haben dort fünf Kinder ihre eigenen Märchenbücher illustriert.

In ihrem Buch hat Livia ihre Lieblingsstelle aus Frau Holle aufgeschlagen. „Am besten gefällt mir, wie das Mädchen in den Brunnen fällt“, sagt die Neunjährige. Die Bilder der Kinder sind nicht nur schön anzusehen. Sie lassen sich auch bewegen. Livia zieht an dem Papierstreifen unter dem Brunnen und das blonde Mädchen verschwindet bis zum Kopf darin. „Wie die Kinder das umgesetzt haben ist großartig“, sagt Margret Schormann-Nerl vom Vorstand der Artisten-Kunstschule.

Bereits 2008 hatten Kinder der Kunstschule Bilder für ein Buch mit zwölf Märchen der Brüder Grimm gemalt. Nun haben sie 24 weitere Geschichten der Grimms mit Bildern bestückt. Die Kunstwerke der zwischen Fünf- und Achtjährigen sind in der Melsunger Kreissparkasse ausgestellt.

Das Buch soll nach Angaben von Rudolf Nerl im Januar erscheinen. Die Bilder darin seien etwas ganz besonderes. „Sie sind mehr als das bloße Abbild der Märchen“, sagt Margret Schormann-Nerl. Unterstützt wurde die Buchserie vom Schwalm-Eder-Kreis.

„Kinder brauchen Ruhepole“, sagt Margret Schormann-Nerl. Die Märchen der Brüder Grimm sind seit mehr als fünf Jahren Teil ihres Kunstkurses für Kinder. Dort liest sie den jungen Künstlern aus den Märchen vor „Die Kinder sind ganz begierig beim Zuhören“, sagt Margret Schormann-Nerl.

Radtour um die Welt

Von den Brüdern Grimm haben sich Katharina Laabs und Dominik Wiegand zu ihren eigenen Märchen inspirieren lassen. „Meins heißt Jessica, Marie und der komische Junge“, sagt Katharina. Bei dem Bilderbuch von Dominik geht es um eine Radtour um die Welt.

Noch dürfen die Kinder ihre selbst illustrierten Bücher nicht mit nach Hause nehmen. „Jedes Kind soll ein Buch bekommen“, sagt Nerl. Dazu müssten aber zunächst zehn Exemplare von jedem der von Hand gebundenen Bücher verkauft werden, um die Kosten zu decken. Spezialkleber, Papier und technisches Equipment haben ihren Preis. „69 Euro kostet ein Buch“ sagt Nerl. (yvk)

Quelle: HNA

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