THS zeigt Wanderausstellung über die Prozesse gegen Nazis

Spur der NS-Verbrecher

Eine Aufnahme der Nürnberger Prozesse: Elisabeth Berg zeigt auf Hermann Göring, einen der Hauptverantwortlichen der Judenverfolgung in der Nazizeit, der dort unter Anklage stand. Daneben Ina Zimmer und Lehrer Thomas Schattner, der die Ausstellung organisierte. Foto: Thiery

Homberg. Auch Frankfurt spielte bei der Aufklärung der Naziverbrechen eine Rolle: Vor 50 Jahren wurde am Frankfurter Landgericht der erste Auschwitz-Prozess verhandelt. Auch dies ist Teil der Ausstellung „Die justizielle Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Hessen“, die zurzeit in der Aula der Theodor-Heuss-schule zu sehen ist.

Dokumente an Stelltafeln, audio-visuelle Medien wie Tonband- und Filmaufzeichnungen erinnern an die Verbrechen und deren Aufbereitung durch die Gerichte.

Dr. Johann Zilien, Mitarbeiter des Hessischen Hauptstaatsarchives, erklärte bei der Ausstellungseröffnung sowohl die Dokumente als auch den ausführlichen Katalog.

In seiner Ansprache vor den Schülern und vielen Ehrengästen erläuterte er die dreiteilige, auch farblich akzentuierte Gestaltung.

Judenverfolgung

In einem ersten Teil steht die justizielle Aufarbeitung der NS-Verbrechen zwischen 1945 und 1960 im Mittelpunkt. Dazu kommt die Aufarbeitung von Judenverfolgung und später ein Fazit und Ausblick. Das Motto der Ausstellung ist ein Zitat von Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt zwischen 1956 und 1968: „Die historische Wahrheit kund und zu wissen tun“. In diesem Sinn sieht sich auch das Hessische Hauptstaatsarchiv zu ständiger Aufklärung verpflichtet, hieß es in der Ausstellungseröffnung. Entscheidend sei der Israel-Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Adolf Eichmann, der für die Vertreibung der Juden und die Massentransporte in die Gaskammern verantwortlich war und letztendlich zum Tode verurteilt wurde.

Ein Bild zeigt Kinder mit eintätowierten Häftlingsnummern in Birkenau. 33 771 Kinder, Frauen und Greise wurden in der Schlucht Babij Jar bei Kiew erschossen. Ein anderes Motiv sind Menschen im Ghetto von Kielce in Polen vor dem Abtransport nach Treblinka ins Gas. „Aktion T4“ war die Bezeichnung zur Vernichtung von „Ballastexistenzen“. Der neunjährige Emil, angeblich geistig behindert, wurde in diesem Rahmen ermordet. Sein rührender Briefwechsel mit der Mutti blieb erhalten. Thomas Schattner, Geschichtslehrer an der THS, holte die Ausstellung nach Homberg, bevor sie in Frankfurt gezeigt wird. Zwölf weitere Orte haben sich bereits beworben. (me)

Die Ausstellung in der Aula ist noch bis zum Donnerstag, 26. Juni in der Aula der THS zu sehen, montags bis freitags geöffnet von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Quelle: HNA

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