Arbeiten in den Bruchwiesen gehen gut voran – Ende September fertig

Auf den Spuren des Mülls

Eines der Teerfässer, die mittlerweile mit Folien umkleidet und gesichert sind. Foto: Baugrund Institut/Gleim

Wolfhagen. Man könnte es als eine Archäologie der Neuzeit bezeichnen – auf der alten Deponie in den Bruchwiesen in Wolfhagen finden die Arbeiter momentan Hausrat aus den 60er und 70er Jahren. „Wir haben eine heile Tasse plus Untertasse herausgefischt und alte Zeitungen und Illustrierte gefunden“, erzählt Felix Gleim, Diplom-Geologe, der für das Baugrund Institut arbeitet. Tassen wie diese gibt er weiter an Dr. Helmut Dünkel, vom Baugrund Institut Hann. Münden, der schon einige davon von anderen Aufträgen in seinem Schrank stehen habe.

Doch ein besonderer Fund ist eine alte Bild-Zeitung aus dem Jahr 1964. Titelgeschichte: die Olympischen Sommerspiele in Tokio.

Alles, was sich nicht gut zersetze, würde jetzt ans Tageslicht kommen, so Gleim. „In drei Metern Tiefe herrscht kompletter Sauerstoffabschluss, daher zersetzt sich auch das Papier nicht.“

Das Baugrund Institut kümmert sich um den Abbau der Deponie und die Entsorgung der giftigen Stoffe (die HNA berichtete). Denn unter den Bruchwiesen in Wolfhagen lauert seit Jahrzehnten eine giftige und krebserregende Gefahr. Mit PAK – das sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe – ist der Bauschutt belastet, der nach Abriss von Teilen des Gaswerkes im Jahr 1971 in die damalige Hausmülldeponie verfrachtet worden war.

Aktuell sei die erste Hälfte der Arbeiten geschafft, sagt Gleim. „Jetzt liegen noch circa sechs Wochen vor uns, zwölf Wochen sind angesetzt.“ Neben dem Hausrat sei viel Autoschrott geborgen worden und gefährliche alte Teerfässer, die ausliefen.

20 000 Tonnen Müll

„Wir haben jetzt schon achteinhalb tausend Tonnen an Müll entsorgt“, sagt Gleim. Es bewege sich in Richtung 20 000 Tonnen, damit würde der erste geschätzte Wert von 28 000 nicht erreicht. Momentan seien sie dabei, die unkritischen Chargen abzutransportieren. „Sobald die Genehmigung da ist, geht es dann an die giftigen Stoffe.“ Wenn in sechs Wochen dann alles abtransportiert sei, hätten die Camper an den Bruchwiesen wieder ihre Ruhe, denn im Moment gehe es um sieben Uhr los, sagt Gleim. „Und dann wird der erste Abschnitt ja als eine Erweiterung des bestehenden Wohnmobilplatzes genutzt.“

Von Nicole Flöper

Quelle: HNA

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