„Schwarzenborn ist ein Vorbild"

Staatsminister Axel Wintermeyer bescheinigt Knüllstadt Ideenreichtum

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Idylle im Knüll: Die Schwarzenborner wollen, dass ihr Städtchen lebenswert bleibt. Foto: Grede

Schwarzenborn. Hessens kleinste Stadt kämpft gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels. Trotz ungünstiger statistischer Prognosen stecken die Schwarzenborner den Kopf nicht in den Sand, sondern engagieren sich mit besonderen Modellen für ihre Lebensqualität.

Wir sprachen darüber mit dem Demografiebeauftragten der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer.

Die Schwarzenborner stemmen sich ideenreich gegen den demografischen Wandel. Zum Beispiel betreiben sie in einem besonderen genossenschaftlichen Modell einen Laden. Kennen Sie ähnlich rührige Orte in Hessen? 

Staatsminister Axel Wintermeyer: Erfreulicherweise gibt es eine Vielzahl engagierter Menschen in Hessen, die sich mit Ideenreichtum und Kreativität dafür einsetzen, dass ihr Ort auch in Zukunft attraktiv und lebenswert bleibt. Schwarzenborn ist ein gutes Beispiel, ja Vorbild dafür, dass es sich lohnt, vor Ort nach individuellen Lösungen zu suchen.

Die Hessische Landesregierung unterstützt diese Aktivitäten ganz bewusst, so zum Beispiel auch den Lebensmittelmarkt in Schwarzenborn.

Nun will Schwarzenborn als Gesellschafter eines Medizinischen Versorgungszentrums auftreten. Ist Ihnen einen ähnliches Projekt bekannt?

Wintermeyer: Es gibt vergleichbare Vorhaben sowohl in Hessen als auch in anderen Ländern. Dort sind aber nicht einzelne Gemeinden oder Städte Träger der Gesundheitseinrichtung, sondern gemeinsame Trägergesellschaften von Kreiskliniken und regionalen Ärztenetzen. Eine solche Zusammenarbeit ist nachhaltig, da es auf diese Weise zu Verbesserungen von Behandlungsabläufen und Versorgungsqualität kommt. Der Ansatz von Schwarzenborn ist in diesem Zusammenhang interessant, auch wenn die Umsetzbarkeit sicher noch einiger Prüfungen bedarf.

Könnte so ein Konstrukt Schule machen? 

Wintermeyer: Das Land Hessen unterstützt grundsätzlich neue Kooperationsformen im Gesundheitswesen, die es insbesondere jungen Medizinern ermöglichen, in Anstellung oder Teilzeit zu arbeiten. Auf diese Weise sollen attraktive, zukunftsfähige Versorgungsstrukturen besonders für den ländlichen Raum entstehen. Ergänzend unterstützt unser Sozialministerium die Bildung von regionalen Gesundheitsnetzen, wobei in neun Modellregionen innovative, sektorenübergreifende Versorgungsformen gefördert werden.

Schwarzenborn ist einer der personalstärksten Bundeswehrstandorte in Hessen. Durch die Umstrukturierungen bei der Bundeswehr muss das kleine 1200-Einwohner-Städtchen künftig den Brandschutz in der Knüllkaserne für weit mehr als 1200 Soldaten und Zivilbeschäftigte sicherstellen, Wie kann das Land da helfen? 

Wintermeyer: Die Bundeswehr ist für die kleinste Stadt Hessens der mit Abstand größte Arbeitgeber. Deshalb unterstützt das Land in einem ersten Schritt den Aufbau einer Ortsteilfeuerwehr auf dem Gelände der Knüll-Kaserne mit einem Zuschuss von 10 000 Euro. Den Förderbescheid hat Innenstaatssekretär Werner Koch gerade in dieser Woche überreicht. Auch bei der Ausbildung der freiwilligen Brandbekämpfer, die aus den Reihen der Bundeswehr kommen werden, wird das Land der Stadt gerne unter die Arme greifen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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