Bitte nicht bellen: Hundehalter ärgern sich über Schreiben der Stadt

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Kein Verständnis: Hundehalter Norbert Braun mit seinem Dackel Pino.

Felsberg. Felsberg will familienfreundlich sein, aber Hunde sind offenbar nicht mehr willkommen, ärgert sich Norbert Braun. Anlass ist ein Schreiben der Stadt, das dem jüngsten Gebührenbescheid für die Hundesteuer beilag.

In dem Brief, der von Bürgermeister Volker Steinmetz unterzeichnet ist, werden die Hundehalter aufgefordert, das Gebell ihrer Vierbeiner zu bestimmten Zeiten zu unterbinden. Wörtlich heißt es: „In letzter Zeit erhält unser Ordnungsamt jedoch häufig Beschwerden über (...) zunehmende Lärmbelästigung durch andauerndes Hundegebell.“ Und weiter: „Insbesondere bitten wir Sie im Zusammenhang mit dem Hundegebell um Beachtung der gesetzlich festgelegten Ruhezeiten von 20 bis 7 Uhr und von 13 bis 15 Uhr.“

Rasen mähen kein Problem

Hundebesitzer Braun sieht das anders. Er weist darauf hin, dass die Lärmschutzverordnung vor ein paar Jahren entschärft worden sei und man neuerdings in der Zeit von 13 bis 15 Uhr auch Rasen mähen dürfe. Braun fragt, ob nun „in der Mittagsruhe alle Hunde weggeschlossen werden müssen, damit man in Ruhe Rasen mähen kann“.

Im Schreiben der Stadt wird weiter darauf hingewiesen, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen sollen, wo es kostenlose Hundekotbeutel gibt und dass die Tiere nicht unbeaufsichtigt frei laufen sollen beziehungsweise anzuleinen sind. „Den Hundekot wegmachen, das ist selbstverständlich“, sagt Braun. Aber die Sache mit dem „Bellverbot“ während der Ruhezeiten, die könne er nicht nachvollziehen. Besonders nicht, weil „der Bürgermeister doch vom Fach ist und es besser wissen müsste“. Steinmetz war früher Förster.

Ironisch fragt Braun: „Werden auch alle Hühnerbesitzer angeschrieben, dass ihr Hahn in der Zeit von 13 bis 15 Uhr und 20 bis 7 Uhr nicht mehr krähen darf?“ Und ob der Bell-Appell auch fürs Tierheim in Beuern gelte, das würde ihn ebenfalls interessieren.

Das sagt das Ordnungsamt

Der Stadt gehe es nicht um ein Bellverbot, stellt die Felsberger Ordnungsamtsleiterin Martina Schmidt auf HNA-Anfrage klar: „Es ist völlig klar, dass man einem Hund das Bellen nicht verbieten kann.“ Das Schreiben sei als allgemeiner Hinweis zu verstehen. Es gebe immer wieder Beschwerden beim Ordnungsamt – meist wegen des Hundkots, aber gelegentlich eben auch wegen Hundegebells.

„Es muss ja nicht sein, dass man den Hund in der Mittagszeit oder abends in den Garten lässt und der dann eine halbe Stunde bellt“, sagt die ordnungsamtsleiterin. Das Miteinander sei gefragt.

Quelle: HNA

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