Parlament einstimmig für eigene Gesellschaft zum Betrieb des Stromnetzes

Stadt findet die FEE zauberhaft

Gudensberg. Die Büste des Kaisers stand auf einem Podium, „elektrische Flammen in allen Farben“ beleuchteten es. So feierte die Stadt Gudensberg im Jahr 1906 die Fertigstellung des heimischen Elektrizitätswerks. Frank Börner erinnerte am Donnerstag an die Historie.

Mehr als 100 Jahre später beschlossen die Stadtverordneten, dass die Stadt sich nun wieder selbst um die Stromversorgung kümmern will. Gudensberg wird Teil der neuen Gesellschaft Fulda-Eder-Energie (FEE) GmbH.

Mit dabei sind außerdem Edermünde, Guxhagen, Körle, Malsfeld, Melsungen, Morschen, Niedenstein, Spangenberg sowie die Städtischen Werke Kassel.

Gemeinsam wollen sie unter anderem die Stromnetze von der Eon zurückkaufen und betreiben. Eon habe einen Investitionsstau zu vertreten, den die FEE beseitigen wolle, so Börner.

Effizient und sicher

Die neue Gesellschaft will „die Bürger und Unternehmen der Region qualitativ hochwertig, sicher, preisgünstig, effizient, verbraucherfreundlich und umweltverträglich mit Infrasstruktudienstleistungen“ versorgen, heißt es in der Beschlussvorlage. Erneuerbare Energieformen sollen erzeugt werden.

Gudensberg wird 21 750 Euro Kapital beisteuern, das entspricht 8,7 Prozent der neuen Gesellschaft. Den größten Einzelanteil halten die Städtischen Werke mit 40 Prozent, die übrigen 60 Prozent verteilen sich auf die beteiligten Kommunen.

Der Einfluss der Gemeinden sei bei der Gründung der FEE entscheidend gewesen, sagte Michael Höhmann (SPD). Die Gewinne des Unternehmens kämen der Allgemeinheit zugute. Ein Risiko könne der noch auszuhandelnde Kaufpreis für das Stromnetz darstellen, dieses sei allerdings kalkulierbar.

Auch Dieter Heer (CDU) betonte, dass der Einfluss der Kommunen ein wichtiges Argument für die Gründung der Gesellschaft sei. Er lobte den Prozess der Gründung. Dieser sei sehr transparent gewesen, die Stadtverordneten seien gut informiert worden. Die finanziellen Risiken seien deutlich geringer als bei dem geplanten Rückkauf der Eon-Anteile, wie es der Landkreis vorantreibt.

Beitrag zur Klimawende

Der Beschluss sei zudem ein Beitrag zur Energiewende, sagte Petra Gottwald (Grüne), damit tue die Stadt Gudensberg auch etwas für den Klimaschutz.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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