Stadt Homberg zahlt für Taxifahrten

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Mit dem Taxi zum Einkaufen: Homberger können sich derzeit für 1,50 Euro mit dem Taxi zum Arzt oder zum Einkaufen fahren lassen. 

Homberg. Statt Stadtbus können die Homberger nun Taxi fahren. Das Besondere daran: „Einen Teil der Kosten bekommen sie von der Stadt erstattet“, sagt Hombergs Bürgermeister Martin Wagner. „Allerdings nur, wenn sie eine Quittung vorlegen, die auf der Rückseite vom Arzt abgestempelt ist.“

Auch Einkaufszettel können vorgelegt werden. 1,50 Euro müssen die Homberger letztlich für die Stadtfahrten aus ihrer Tasche zahlen. Die Differenz trägt die Stadt.

Wer jetzt glaubt, dass dieses Angebot gut genutzt wird, irrt. „Wir haben bislang erst eine Abrechnung erhalten“, sagt Wagner. „Nach dem Aus des Stadtbusses wollten wir schnell eine individuelle Lösung für die bisherigen Nutzer des Stadtbusses anbieten“, erklärt er. Den hätten etwa 25 Homberger genutzt. Das Busunternehmen Grau hatte bereits im Juni den Stadtbusbetrieb eingestellt, weil sich dieser nicht mehr rechnete. Die Firma hatte die Linie eigenwirtschaftlich, also ohne Zuschüsse der Stadt betrieben (wir berichteten).

Übergangslösung

Die Taxi-Alternative sei eine Übergangslösung. „Damit haben wir die entstandene Lücke geschlossen“, sagt Wagner. „Wir arbeiten derzeit an einer langfristigen Lösung.“

Eine erneute Stadtbuslinie für Homberg scheint aber schon jetzt eher unwahrscheinlich. „Wir prüfen, was möglich ist.“ Doch rechne sich kein Reihenverkehr und auch kein Rundverkehr. „Dafür müssten wir uns den Linienverkehr genehmigen lassen und das ist mit gewaltigen Kosten verbunden.“

Bei der bisherigen Nachfrage sei eher ein Sternverkehr denkbar und dieser könnte am besten von einem Anruf-Sammel-Taxi abgedeckt werden. „Dann gibt es verschiedene Punkte die angefahren werden.“ Das wiederum könnten Taxiunternehmen leisten. „Wir haben zwei in der Stadt, da brauchen wir keine Stadtbuslinie“, sagt Wagner. Man wolle den Hombergern zielgenaue Angebote machen.

Nicht vom Tisch seien indes die Pläne für einen Bürgerbus. „Den Bus des Stadtentwicklungsvereins gibt es und vier ehrenamtliche Fahrer haben sich gemeldet“, sagt Wagner. Der Bus könnte zum Beispiel an Sonntagen Kirchen und in den Sommermonaten das Freibad ansteuern.

Quelle: HNA

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