Hochbelastetes Material im Erdreich - RP: Trinkwasser nicht bedroht

Stadt lässt Altlasten aus Bruchwiesen entfernen

Wolfhager land. Die Vergangenheit holt Wolfhagen ein. Durch eine alte Müllkippe in den Bruchwiesen existiert eine Gefahr für das Grundwasser, das bereits verunreinigt ist. Im Grundwasser sei vor allem der Stoff Naphtalin nachgewiesen worden, erklärt Dr. Helmut Dünkel vom untersuchenden Baugrundinstitut. Ein teerhaltiger Stoff, der aus dem ehemaligen Gaswerk stammt und in den 1960er-Jahren auf die einstige Deponie gebracht wurde.

Eine akute Gefährdung für Mensch und Umwelt bestehe nicht, auch könne man ausschließen, dass giftige Stoffe ins Trinkwasser gelangen, sagt Dünkel. Auch gebe es keine Verbindung zum benachbarten Bruchwiesenteich. „Das Fischsterben im Sommer hat mit dieser Situation überhaupt nichts zu tun“, sagt Hans Unger von der Stadt Wolfhagen. Nach Angaben von Reinhard Bodack vom Regierungspräsidium in Kassel ist das nächste Trinkwasserschutzgebiet mindestens zwei Kilometer entfernt. Außerdem verlaufe dieses in einer tieferen Schicht als das betroffene Grundwasser in den Bruchwiesen, sodass das Trinkwasser nicht bedroht sei.

Die Stadt Wolfhagen kommt um eine Altlastensanierung in den Bruchwiesennahe der Siemensstraße nicht herum. „Wenn nichts gemacht wird, müsste man eine Langzeitüberwachung vornehmen“, so Experte Dünkel. Die Stadt will das Problem aus der Welt schaffen, um an dieser innenstadtnahen Stelle endlich Ruhe zu haben. Ungefähr 1,8 Millionen Euro sollen dafür in den kommenden Haushalt eingestellt werden. 80 Prozent dieser Kosten soll das Land Hessen übernehmen.

Die Sanierung soll vermutlich in etwa einem Jahr beginnen. Sie dauert den Angaben zufolge ungefähr drei Monate. Die Sanierung verlaufe „völlig entspannt“, sagt Dr. Dünkel. Das belastete Bodenmaterial, rund 15 000 Kubikmeter, werde auf einer geeigneten Deponie eingelagert. SEITE 2, ZUM TAGE

Von Axel Welch

Quelle: HNA

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