Stadt, Land, Zukunft: Bürger sammeln Ideen für lebenswertes Homberg

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Ideen: An Tafeln wurden Vorschläge gesammelt.

Homberg. Mobilität, Leerstand, Integration von Flüchtlingen und das das Engagement der Jugend: Diese Themen sind den Hombergern wichtig. Das wurde beim Bürgerdialog deutlich.

Die Auftaktveranstaltung „Land mit Zukunft“ fand am Mittwochabend in der Stadthalle statt.

80 Homberger nahmen daran teil und versammelten sich vor vier Infotafeln zu den Themen Attraktivität, Zusammenleben, Alltag und möglichem persönlichen Einsatz für die Stadt. Dabei wurde diskutiert: über das Wir-Gefühl oder darüber, was man braucht, um gut in Homberg leben zu können.

Es kristallisierte sich heraus, dass die Menschen in den Dörfern ganz zufrieden sind. „Wir haben einen guten Zusammenhalt“, hieß es von vielen Ortsvorstehern. Ein Drittel der Teilnehmer kam aus den Ortsteilen. Beim Wir-Gefühl in der Stadt hingegen war man sich nicht so einig. Das sei verbesserungswürdig.

Madeleine Buchmann

Beim Thema Attraktivität der Kreisstadt herrschte wieder Konsens: Die Teilnehmer kamen fast ins Schwärmen, als sie erklärten, warum sie gerne in Homberg leben. Die Burg, die Kulisse, der Marktplatz und die Kleinteiligkeit der Stadt. Da wurde so manchem das Schöne bewusst. Ins Positive gehen und nicht gleich mäkeln, war die Devise. Die Homberger ließen sich darauf ein, Ideen zu finden, wie man die Stadt lebenswert erhalten kann.

„Wer nicht träumt, kennt die Realität nicht.“ 

Auch wenn es, wie Dr. Klaus Lamprecht sagte, bestimmt die 15. Veranstaltung zu dem Thema in 20 Jahren sei. Er frage sich, was aus all den Ideen geworden sei, die in dieser Zeit entwickelt wurden und machte die Politik verantwortlich. Zudem kritisierte er den Besuch der Veranstaltung. „Mich hat es nicht gewundert, dass es nur so wenige sind.“

Es sei ein reines Bürgerprojekt, das klären soll, wie die Lebensqualität bei den hohen Herausforderungen durch eigenes Engagement erhalten oder verbessert werden könne, erläuterte Moderatorin Madeleine Buchmann. Die Stadt werde sich nicht einmischen. „Ich finde, dass viele gekommen sind“, sagte sie.

„Wer nicht träumt, kennt die Realität nicht“, sagte Roland Löffler von der Herbert Quandt-Stiftung, die das Projekt gemeinsam mit der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ organisiert. Es schüttet über drei Jahre 20 000 Euro jährlich aus und soll die Menschen zum Mitmachen ermutigen. Es wird nur ein Projekt gefördert, das in den nächsten Monaten bestimmt wird. „Wir sind mitten im demografischen Wandel und müssen handeln.“ Bürgermeister Dr. Nico Ritz sieht es als Aufforderung, mehr Engagement für die Städte einzubringen.

Der zweite Schritt 

Die Ideensammlung war der zweite Schritt innerhalb des Projektes Land mit Zukunft, das dem demografischen Wandel auf dem Land entgegenwirken will. Weitere Städte im Projekt sind Bad Karlshafen, Schlitz, Waldeck und Tann. Die gesammelten Ideen werden weiter verdichtet und dann soll das Projekt gefunden werden, an dem die Homberger künftig konkret für die Stadt arbeiten werden.

Die Vorschläge 

Die wichtigsten Vorschläge: neue flexible Formen des Bürgerengagements entwickeln, Begegnungsräume wie DGHs sind wichtig und sollten erhalten bleiben, bessere Mobilität und gute Internetanschlüsse, eine verdichtete Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Verwaltung und Schulen, Zusammenarbeit mit der Stadt auf Augenhöhe, überregionale Vernetzung von Veranstaltungen, das Wir-Gefühl in der Stadt stärken, Integration von Flüchtlingen und anderen Neubürgern.

Mitmachen 

Wer noch beim Projekt mitmachen will, kann sich bei Madeleine Buchmann melden: Tel. 030 2576798-30. madeleine.buchmann@herbert-quandt-stiftung.de

Quelle: HNA

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