Neue Anlage soll bis Ende November in Betrieb gehen

Naumburg investiert im Bereich Kronberg eine Million Euro in Wasserversorgung

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Es geht rund: Derzeit wird im Wald gegenüber dem alten Hochbehälter Hochzone (rechts) die Baugrube für den 400 Kubikmeter fassenden Neubau ausgehoben.

Naumburg. Seit Montag gibt der Bagger den Takt vor am Kronberg. Hier, mitten im Wald, entsteht für rund eine Million Euro die zentrale Anlage für die Trinkwasserversorgung der Naumburger Kernstadt und der Stadtteile Elbenberg und Altendorf.

Am Anfang stand die Untersuchung aller für die Wasserversorgung genutzten Hochbehälter in Naumburg und den Stadtteilen. Beim aus den 1950er-Jahren stammenden Hochbehälter Tiefzone am Fuße des Kronbergs stellte man fest, „dass dringend etwas gemacht werden muss“, blickte Bürgermeister Stefan Hable (CDU) beim Beginn der Arbeiten am Montag zurück.

Quartier für Fledermäuse 

Für den Behälter, der die Kernstadt mit Frischwasser versorgt, wurden Sanierungskosten in Höhe von rund 600 000 Euro ermittelt. Angesichts der hohen Kosten entschied man sich dafür, die Tiefzone stillzulegen. Sie wird künftig Quartier für Fledermäuse sein. Als Ersatz wird auf dem Kronberg mitten im Wald neu gebaut, direkt neben dem 500 Kubikmeter fassenden Hochbehälter Hochzone. Dazu wurden 2400 Quadratmeter Wald gerodet. Als Ausgleich wird eine Fläche gleicher Größe im Mühlenholz zwischen Altenstädt und Ippinghausen aufgeforstet.  „Eine weise Entscheidung“ nannte Hable das Votum für den Neubau im Wald. Denn durch die Zusammenlegung der bislang komplett getrennten Hochbehälter müssen die Mitarbeiter der Stadtwerke Naumburg künftig nur noch einen Betriebsstandort überwachen. Und, so Hable: „Durch die Verbindung des vorhandenen Hochbehälters Hochzone mit dem entstehenden neuen Hochbehälter erweitert sich das Gesamtspeichervolumen auf insgesamt 900 Kubikmeter.“ Dadurch gewinne die Wasserversorgungssicherheit in der Kernstadt und in den Stadtteilen Elbenberg und Altendorf erheblich.

„Eine weise Entscheidung.“ 

Zudem schaffe man schon jetzt die baulichen und technischen Voraussetzungen, den neuen Hochbehälter später bei Bedarf noch um einen Zwillingsbehälter erweitern zu können.

Nach der Inbetriebnahme des Neubaus, sagte Hable, sei man im Bereich der Wasserversorgung für die Kernstadt, Elbenberg und Altendorf „gut aufgestellt und auch für alle kommenden Eventualitäten gerüstet“.

Höhere Wassergebühren 

Die Kosten in Höhe von rund einer Million Euro würden sich im Gebührenhaushalt mit rund 20 000 Euro pro Jahr niederschlagen, die über die Wassergebühren an die Kunden weitergegeben würden.

Geplant ist, dass der Neubau bis Ende November in Betrieb gehen kann. Bis dahin haben der Bagger und Bauarbeiter noch alle Hände voll zu tun. Gerade wird die 2,50 Meter tiefe Baugrube für den neuen Behälter ausgebaggert. Von seinem schmucklosen Nachbarn werde sich der Neubau deutlich unterscheiden, sagt der baubegleitende Ingenieur Dr. Norbert Könemann. Der kleine Teil des Baus, der aus dem Boden ragt, „soll eine Art Turmcharakter haben mit Zinnen“ über dem Eingang. Da habe die historische Naumburg ein wenig Pate gestanden.

Quelle: HNA

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