SPD-Ortsverein Fritzlar lehnt Neubau des Kindergartens im Roten Rain III ab

„Stadt plant an Bürgern vorbei“

Fußball-WM 2006: Da wurde noch gefeiert im katholischen Kindergarten St. Josef neben dem Dom. Die Kita soll demnächst die Innenstadt verlassen, der Neubau im Wohngebiet Roter Rain wurde vor einem halben Jahr beschlossen. Archivfoto: rbg/nh

Fritzlar. Der SPD-Ortsverein in Fritzlar lehnt die Pläne für den Neubau einer Kindertagesstätte auf einem städtischen Grundstück im Neubaugebiet Roter Rain III ab. Das schreibt der Ortsvereinsvorsitzende Mario Jung in einer Pressemitteilung.

Seine Partei habe sich in der jüngsten Vorstandssitzung ausgiebig mit dem Thema Kindergartenneubau beschäftigt und appelliere – im Interesse von Eltern und Kindern – an die SPD-Fraktion, in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten (Donnerstag, 21. Juni) die bisherige Planung abzulehnen. Es müsse nochmals geprüft werden, ob man nicht ein geeignetes Grundstück oder eine Immobilie im Bereich der Innenstadt zu einem fairen Preis erwerben könne.

Pläne unbemerkt

Die Fritzlarer SPD traf diese Entscheidung vor dem Hintergrund, „dass von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt die Stadt und der Bürgermeister einen KiTa-Neubau planen, den keiner der Beteiligten, die hinterher damit leben müssen, in dieser Form möchte“, heißt es wörtlich in der Mitteilung.

Besonders die Anwohner im Neubaugebiet hätten bereits im Februar deutlich gemacht, dass der Standort Roter Rain III keine vernünftige Lösung sei. In einer Unterschriftensammlung gegen die Änderung des Bebauungsplans richtete sich ihr Unmut vornehmlich gegen die zu erwartende Verkehrsbelastung – sowohl im Bereich des Roten Rains als auch an der Ampelkreuzung Schladenweg und Erfurter Ring.

Laut SPD-Ortsverein bedauern die Eltern vor allem den Verlust der zentralen Altstadtlage des Kindergartens St. Josef, der geschlossen werden soll (siehe Hintergrund). Viele Kinder könnten nur schwer von ihren Eltern oder Großeltern bis zum Roten Rain gebracht werden.

„All das ist für die politisch Verantwortlichen offensichtlich nicht von Belang“, heißt es weiter. Mario Jung beklagt, dass die Bedenken aus den verschiedenen Richtungen „einfach vom Tisch gefegt“ worden seien.

Kein fairer Umgang

Auch für die Einwände des bisherigen Trägers, der katholischen Kirche, habe man im Rathaus eine Lösung parat: Man suche sich einfach einen alternativen Träger. Ein fairer Umgang mit einem Partner, der sich seit vielen Jahren verantwortungsvoll um die Kinder kümmere, sehe anders aus, beklagt der Ortsvereins-chef.

Kritisiert wird zudem, dass für die Fraktionen der Zählgemeinschaft aus CDU, FDP und Grünen wohl ausschließlich der Preis zähle. Die Suche sei deshalb von vornherein auf Grundstücke beschränkt worden, die der Stadt bereits gehörten. (ula)

Quelle: HNA

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