Zierenberger Parlament spricht sich gegen Pläne der Kali-Industrie aus

Stadt will kein Salzabwasser

Zierenberg. Für heftige Diskussionen in der Region sorgen derzeit die Pläne der Kali-Industrie, ihre Salzabwässer noch vor der niedersächsischen Grenze in die Oberweser zu leiten.

Dafür sollen Speicherbecken mit einer Fläche von 80 Hektar gebaut werden, weil die Weser bei Niedrigwasser nicht mehr aufnahmefähig ist.

Zu diesem Thema stellte die Fraktion der Unabhängigen (UFW) in Zierenberg bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einen Antrag, dem sich alle Fraktionen im Stadtparlament anschlossen. Danach spricht sich die Stadtverordnetenversammlung gegen die im Raumordnungsverfahren vorgesehene Ausweisung von Suchräumen für den Bau eines Speicherbeckens in der Gemarkung Zierenberg aus. Das Regierungspräsidium wird aufgefordert, die Planungen für den Bau von Speicherbecken in den Landkreisen Kassel und Göttingen einzustellen.

Dr. Bärbel Mlasowsky von der UFW begründete den Antrag: Bereits im Kreistag habe man einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass man diese Pipeline zur Oberweser nicht will. Das einzig ökologisch sinnvolle anstelle einer solchen Sparvariante sei eine Pipeline direkt in die Nordsee, so Mlasowsky. Bei den jetzt vorgelegten Plänen sei Zierenberg als Suchraum deklariert. „Was sich so harmlos anhört - Suchraum und Salzsee - ist in Wirklichkeit ein circa 80 Hektar großes übel stinkendes chemikalisches Abwasserbecken.“ 80 Hektar seien so groß wie 150 Fußballfelder. Hinzu kämen sieben Millionen Kubikmeter Abwasserfracht jährlich, bei Starkregen deutlich mehr. Wenn die Auenbereiche überflutet seien, gelange dann die Schmutzfracht auf landwirtschaftliche Flächen und damit in die Nahrungskette, befürchtet die UFW-Fraktionsvorsitzende. (ewa)

Quelle: HNA

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