Medizinische Versorgung sichern

Stadt Schwarzenborn will selbst ein Ärztehaus betreiben

Schwarzenborn. Hessens kleinste Stadt entwickelt ein Rezept gegen Ärztemangel, das Schule machen könnte: Schwarzenborn plant die Gründung einer Gesellschaft, die ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) betreiben wird.

Das sollte möglichst im interkommunalen Verbund und zudem mit einer Praxis oder Klinik geschehen.

Das Modell des Medizinischen Versorgungszentrums ist nicht neu, insbesondere in den neuen Bundesländern ist das Konstrukt weit verbreitet. Noch gibt es in Schwarzenborn eine Arztpraxis. Doch das könnte sich bald ändern, wenn die Ärztin die Altersgrenze erreicht hat. Deshalb will Schwarzenborn rechtzeitig andere Wege einschlagen und setzt dabei auf interkommunale Zusammenarbeit, erklärt Bürgermeister Jürgen Kaufmann. So könnten auch Nachbargemeinden wie beispielsweise Knüllwald und Frielendorf als Gesellschafter mit ins Boot geholt werden und als weitere Standorte vom neuen Medizinischen Versorgungszentrum profitieren.

Außerdem sollten nach Vorstellungen von Kaufmann Partner mit einer kassenärztlichen Zulassung wie eine Klinik oder eine Praxis dabei sein. Die neue GmbH würde das unternehmerische Risiko tragen, Ärzte und weiteres Fachpersonal einstellen und die medizinische Hardware wie die technische Ausstattung zur Verfügung stellen. Als Eigentümer einer Praxisimmobilie könnte die Schwarzenborner Bürgergenossenschaft, die bereits Betreiber des neuen Ladens in der Stadt ist, in Aktion treten und die neuen Praxisräume an das MVZ vermieten.

Über den Status eines Papiertigers ist das Modell hinaus. Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits beschlossen, dass sich Schwarzenborn an der Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums beteiligen wird. Für erste Schritte stehen 10.000 Euro zur Verfügung.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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