Station droht das Aus

Stadt Wolfhagen will prüfen, Kreisklinik mit Geburtshilfe selbst zu betreiben

Der Kampf gegen die Schließung geht weiter: Die Stadt will Möglichkeiten prüfen, die Kreisklinik Wolfhagen selbst zu betreiben. Eine Kostenanalyse wird derzeit vorbereitet. Archivfoto: Ulbrich

Wolfhagen. Die geplante Schließung der Geburtshilfe ist wohl das emotionalste Thema derzeit im Wolfhager Land. So war es keine Überraschung, dass sich die Wolfhager Stadtverordneten während ihrer Sondersitzung am Donnerstagabend mit keinem anderen Tagesordnungspunkt beschäftigten.

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Die wichtigste Nachricht: Die Stadt Wolfhagen will prüfen lassen, welche Kosten entstehen würden, wenn die Stadt das Krankenhaus selbst betreibt. Bürgermeister Reinhard Schaake sagt dazu, dass er offen dafür sei. Voraussetzung sei aber, dass man Experten wie ein renommiertes Steuerbüro beauftragt, eine genaue Kosten- und Mittelanalyse zu ermitteln. Die Vorarbeiten dazu liefen bereits, ein Ergebnis soll im Sommer vorliegen.

Des Weiteren informierte Schaake die Politiker und deutlich mehr Bürger als bei sonstigen Versammlungen darüber, welche Aktivitäten in jüngster Vergangenheit gegen die geplante Schließung gelaufen sind. Am 7. Januar habe man ein interfraktionelles Gespräch geführt, an dem auch der Klinik-Geschäftsführer Bernd Tilenius teilgenommen habe. Dabei hätten alle Fraktionen deutlich gemacht, dass sie geschlossen hinter dem Erhalt der Einrichtung stehen. Tilenius wiederum habe die Situation dargestellt, dass fehlende Fachkräfte ein Hauptproblem seien.

Gespräch mit Landrat

Zwei Tage später habe ein Treffen mit Vertretern des Kreistages und Landrat Uwe Schmidt stattgefunden. Auch die Kreispolitiker seien der Auffassung, dass der Klinik-Standort gestärkt und die Geburtshilfe aufrechterhalten werden müsse. Schaake habe dabei auch die Bereitschaft der Stadt signalisiert, Geld in die Hand zu nehmen und sich finanziell etwa an einem möglichen Umbau zu beteiligen.

Schaake: „Wir müssen nicht nur fordern, sondern aktiv handeln.“ Auch mit den Belegärzten habe ein weiteres Gespräch stattgefunden, deren Wille, unter entsprechenden Rahmenbedingungen weiterzumachen, sei weiterhin vorhanden. Im Anschluss sprachen die Vorsitzenden der Fraktionen: So einig wie an diesem Abend waren sich die Stadtverordneten wohl selten.

Einhelliger Tenor: Die Geburtshilfestation muss – genau wie die Kreisklinik generell – bestehen bleiben. Deutlich wurde aber auch: Ganz entscheidenden Charakter dürfte das Gespräch am 21. Januar besitzen, an dem Bürgermeister Schaake, Landrat Schmit und die Belegärzte teilnehmen werden.

Quelle: HNA

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