Stadtmarketing-Mann Meik Ebert seit 100 Tagen im Amt

Zurzeit noch eine Baustelle: Der künftige Arbeitsplatz von Meik Ebert im Haus Wicke ist noch Baustelle. Ende März zieht er vom Büro in der Westheimer Straße 10 ins neue Domizil am Marktplatz. Foto:  Brandau

Homberg. Meik Ebert, Geschäftsführer des Homberger Stadtmarketings, ist am heutigen Mittwoch 100 Tage im Amt. Wir sprachen mit ihm über feste Termine, lose Fäden und große Aufgaben.

Haben Sie mit dem Stadtmarketing eine Herkulesaufgabe übernommen?

Meik Ebert: Viele glauben das. Ich höre oft solche Sätze wie „Junge, Junge, das hast du dir aber richtig was vorgenommen.“

Was haben Sie sich denn konkret vorgenommen?

Ebert: Homberg muss mehr Persönlichkeit bekommen, mehr zu einer Marke werden. Sowohl für den Einzelhandel als auch für den Tourismus. Die Stadt braucht ein einheitliches Image mit Wiedererkennungswert.

Klingt gut. Aber wie wollen Sie das denn im Alleingang schaffen?

Ebert: Im Alleingang sowieso nicht. Ich bin doch kein Oberveranstalter, der einsam vor sich hinwerkelt. Ich arbeite mit dem Kreis von Menschen, die sich bisher für ihre Stadt stark gemacht haben. Um den zu vergrößern, wollen wir für unseren Verein neue Mitstreiter und Mitglieder finden.

Ist das nicht schwer?

Ebert: Nun ja. Manche haben sich resigniert zurückgezogen, ich hab auch schon solche Sätze wie „Homberg ist tot“ gehört.

Und, ist Homberg tot?

Ebert: Nein, Homberg ist nicht tot. Das zeigt sich doch auch bei vielen Veranstaltungen. Große Ereignisse sind ein gutes Mittel, um die Wahrnehmung der Stadt zu verbessern. Nehmen wir nur den Herbstmarkt, der sich zu einer festen Marke entwickelt hat. Einer Marke, die richtig magische Moment kreiert.

Dennoch herrscht außerhalb dieser Veranstaltungen kaum Leben am Marktplatz.

Ebert: Natürlich könnte die Innenstadt wesentlich belebter sein. Die Frequenz der Passanten ist tatsächlich gering, aber gerade das wollen wir ja verändern.

Gute Idee. Aber die Zahl der leeren Geschäfte ist groß.

Ebert: Wir werden ein Leerstandskataster erstellen. Das soll Angebot und Nachfrage zueinander bringen. Als Idee steht auch ein Gestaltungswettbewerb für die Schaufenster im Raum. Wir könnten auch einen Profi hinzu holen, der weiterhilft, in dem er Tipps gibt und so einen konkreten Nutzwert bietet.

Das klingt, als würden es die Homberger nicht allein auf die Reihe kriegen.

Ebert: Nein, das klingt überhaupt nicht so. Es geht doch nicht darum, jemanden vorzuführen. Es geht darum, zu helfen und zu gucken, was man denn verbessern kann.

Persönlichkeit entwickeln, Kataster erstellen, Wettbewerb ankurbeln – das klingt alles ein bisschen schwammig.

Ebert: Es ist eben ein weiter Weg, bis gute Ideen zu einem schlüssigen Konzept werden. Wenn sie dann aber erstmal konkret sind, zieht man daraus auch Genugtuung. Man muss nur anfangs durchhalten.

Und Sie halten durch?

Ebert: Die ersten Wochen waren mit ungezählten neuen Kontakten oft ein Ritt auf der Rasierklinge. Aber offensichtlich habe ich bei vielen den richtigen Ton gefunden. Der wahre Spagat ist es, Ideen einzubringen und trotzdem nicht als Besserwisser dazustehen.

Nochmal zurück zur Herkulesaufgabe...

Ebert: Wenn ich wirklich glauben würde, dass es eine ist, hätte ich den Job nicht angenommen. Aber es dauert nun mal seine Zeit, bis Stadtmarketing eine Wirkung zeigt. Und das wird es. Irgendwann will ich stolz auf die Stadt gucken und sagen: „Ja, an all dem habe ich mitgewirkt.“

Quelle: HNA

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