Parlament kritisiert NSE

Stadtverordnete beschließen Aus für Röhrenfurther Stadtbusanbindung

Melsungen. Lautstarke Proteste blieben in der Sitzung der Melsunger Stadtverordneten aus: Viele Röhrenfurther waren gekommen, um die Debatte über den Erhalt ihrer Stadtbus-Anbindung zu verfolgen.

"Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", waren sich die Ortsvorsteher Michael Wagner und Reiner Metz einig.

Die Stadtverordneten einigten sich darauf, dass der Stadtteil künftig zusätzlich zum Regio-Tram-Angebot mit einem Anruf-Sammeltaxi (AST) angeschlossen wird. Die Stadtbus-Anbindung wird indes ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wegfallen. Ebenso werden zwei Verbindungen für den Schulverkehr nicht mit dem AST aufgefangen.

Kritik an der NSE

Harsche Kritik gab es fraktionsübergreifend am Vorgehen der Nahverkehrsgesellschaft Schwalm-Eder. Obwohl eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung der NSE zwei Jahre an der Entwicklung des städtischen Angebots arbeitete, habe es keine nennenswerten Ergebnisse gegeben und auch keinen Hinweis auf die neuen Ausschreibungsinhalte. Auch fehlt den Abgeordneten eine Information beziehungsweise Aufschlüsselung über das zu erwartende neue Defizit. Dieses wird nach Aussage der NSE wahrscheinlich künftig von 109.000 auf 294.000 Euro steigen und von Stadt und NSE jeweils zu 50 Prozent getragen. Als völlig unverständlich bezeichnete Ludwig Georg Braun in diesem Zusammenhang die Informationspolitik der Nahverkehrsgesellschaft. "Wir haben Bauchschmerzen, hier heute zuzustimmen", sagte FDP-Fraktionschef Joost Fastenrath.

Die NSE wird sich mit der Vergabe des öffentlichen Personennahverkehrs für acht Jahre an den neuen Anbieter binden. Fastenrath: Angesichts der wenigen Informationen bei diesem wichtigen Thema hätte sich die Fraktion eine Vertagung des Tagesordnungspunktes gewünscht.

Nach Prüfung der Fristen sei dies aber nicht möglich, erklärte Volker Wagner, Fraktionsvorsitzender der SPD.

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Lanzenberger schlug vor, eine Ausweitung des AST-Angebots auch für Stadtteile wie Schwarzenberg und Obermelsungen prüfen zu lassen. Vielleicht sei es möglich künftig (frühestens nach der nächsten Ausschreibung 2021) das Angebot zu erweitern und dabei Kosten zu sparen.

In den Beschluss zur Ausschreibung wurde auf Vorschlag der FDP hinzugefügt, dass die Stadt das Recht haben möchte, Strecken zu ändern, wenn dabei die Kosten nicht steigen. Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare