Stadtverordnete setzen Zeichen für Erhalt und Stärkung der Kreisklinik

Wolfhagen. Es war kein alltäglicher Schritt: Trotz des endgültigen Aus für die Geburtshilfe beschlossen die Wolfhager Parlamentarier einen möglichen Zuschuss für die Station in Höhe von 150.000 Euro.

Mit dem einstimmigen Votum, darüber waren sich alle Politiker einig, setze man ein deutliches Signal in Richtung Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), dass man die Hoffnung auf eine mittelfristige Wiedereröffnung nicht aufgeben werde, und andererseits damit den Standort der Kreisklinik stärken will.

Dazu werde man der GNH künftig genau „auf die Finger schauen, wir lassen uns unsere Klinik nicht kaputt machen“, sagte etwa SPD-Fraktionschef Heiko Weiershäuser. So etwas wie ein „soziales Gewissen“ sei bei den GNH-Verantwortlichen nicht erkennbar. Als mögliche Varianten brachte Weiershäuser eine Art Geburtshaus oder ein Medizinisches Versorgungszentrum ins Spiel.

Dr. Axel Vetter von den Grünen bedankte sich bei allen Politikern und Aktivisten, die sich für die Geburtshilfe eingesetzt haben. Auch er habe in jüngster Vergangenheit lernen müssen, dass nicht allein die Bereitstellung von Geld das Problem lösen wird. Vetter weiter: „Wir sind bereit, für die Geburtshilfe und unser Krankenhaus zu kämpfen.“ Der Beschluss, trotz des durch die GNH verkündeten Todesurteils für die Geburtsstation, sei nur logische Konsequenz und deutliches Signal, „dass wir uns nicht abfinden wollen und werden, und weiter kämpfen für eine Wiedereröffnung der Station.“

CDU-Fraktionschef Helmut Flörke sagte, statt zurückzublicken, müsse man nun die Zukunft selbst in die Hand nehmen. Etwas irritiert stellte Flörke in Anspielung auf jüngste Aussagen von Björn Sänger fest, dass „sich ausgerechnet die Kreis-FDP mit dem Vorschlag eines Geburtshauses zu Wort gemeldet hat.“ Ergänzend zur Beschlussvorlage brachte die CDU den Vorschlag ein, eine Arbeitsgruppe „Gesundheitsstandort in Wolfhagen“ zu bilden. Diese soll zur Sicherung und Weiterentwicklung der Kreisklinik am Ofenberg beitragen. Auch dem stimmten die Parlamentarier bei lediglich einer Enthaltung zu.

Uwe Nord, Fraktionschef vom Bündnis Wolfhager Bürger (BWB), sprach unter anderem davon, dass „alles darauf hindeutet, dass in Zukunft unser Krankenhaus weiter ausbluten wird. Wir müssen schnellstens dagegen steuern.“

 

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Quelle: HNA

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