Städte im Schwalm-Eder-Kreis wollen mehr Einfluss auf Strommarkt

Schwalm-Eder. Neun Städte und Gemeinden im Nordkreis wollen Eigentümer der kommunalen Stromnetze werden. Kunden müssen sich aber keinen neuen Anbieter suchen oder gar auf der Gemeindeverwaltung Strom beantragen.

Für die betroffenen 57.000 Einwohner werde sich nichts verändern, beruhigt Mario Gerhold, Sprecher der neun Kommunen und Körles Bürgermeister. Sie würden weiterhin Kunde ihres jetzigen Energieversorgers bleiben. Die Netzgesellschaft hat bereits einen Namen: Enerkom. Was sie indes noch nicht hat, ist ein Partner zum Betrieb der Stromnetze. Doch die Suche hat begonnen: Es wurden jetzt Kriterien festgelegt, die der künftige Partner erfüllen soll. Diese Ausschreibungbedingungen werden derzeit in den Parlamenten der Kommunen verabschiedet.

Die Kriterien hat die Energiekommission zur Rekommunalisierung der Netze erarbeitet. Die Kommission besteht aus den Kommunen. „Wir achten bei der Auswahl gleichrangig auf die Rentabilitätsaussichten, die Einflussnahme der Kommune und die Vorschläge zur Risikominimierung“, sagt Gerhold.

Eine weitere Option sei nicht nur Eigentümer der Netze zu werden, sondern auch Stromanbieter. Dafür müsste aber ein eigenes Regionalwerk - vergleichbar mit Stadtwerken - gegründet werden, sagt Gerhold. Auch in diesem Fall würde ein sachverständiger Partner mit ins Boot geholt werden.

Ein vergleichbares Konstrukt gibt es am Bodensee. Dort haben sieben Gemeinden die Regionalwerke Bodensee gegründet. „Mit großem Erfolg“, wie Geschäftsführer Enno Steffens berichtet. Im ersten Jahr (2010) habe man bereits einen Gewinn erzielt. Zusätzlich zu den 1,7 Millionen Euro Konzessionsabgabe seien weitere 300 000 Tausend Euro Gewinnbeteiligung und Gewerbesteuer an die Kommunen geflossen. Und es gebe Luft nach oben.

Von Damai D. Dewert

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Quelle: HNA

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