Andrei Giro lobte die Städtepartnerschaft

Weißrussischer Botschafter zu Gast in Homberg

Homberg. Ahle Wurscht mit Brot und Speckknödel mit Soße: Wenn es stimmt, dass die Liebe durch den Magen geht, dann dürfte die Liebe des weißrussischen Botschafters Andrei Giro nach seinem Besuch in Homberg groß sein.

Denn beim Empfang am Donnerstagmittag im Homberger Rathaus gab es keine leichte Kost. Ganz im Gegenteil: Es wurde deftig-kräftig aufgetischt. Seit 20 Jahren pflegt Homberg eine Städtepartnerschaft mit der weißrussischen Stadt Stolin. Insgesamt 19 Partnerstädte habe Belarus, sagte der Botschafter. Die Homberger sei eine sehr aktive, freute er sich. Das sei eine Besonderheit, da es politisch nicht immer eine leichte Situation sei. Doch um die Basis für die politische Arbeit zu stärken, seien Städtepartnerschaften – wie die mit Homberg – unerlässlich. „Die Vereine spielen eine wichtige Rolle“, betonte er. Vergessen dürfe man auch nicht die wirtschaftliche Bedeutung, die Deutschland als wichtigster Handelspartner (ohne die GUS-Staaten) für Weißrussland habe. Und: Homberg als Logistikstandort bot der Botschafter an, die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten. Hombergs Bürgermeister Martin Wagner betonte, dass der Besuch des Botschafters zeige, wie gut und intensiv die Städtepartnerschaft sei. Ohne die engagierten Menschen vor Ort sei das nicht möglich. „Ihnen ist es gelungen, tiefe Freundschaften zu knüpfen – sogar Ehen sind entstanden“, so Wagner.

Die Partnerschaft habe mittlerweile nicht nur einen humanitären Charakter. „Wir wünschen uns, dass es einen noch intensiveren, regelmäßigeren Austausch geben könnte.“ Homberg begrüße auch alle Gäste aus Stolin, die in der Stadt ein Praktikum oder Ähnliches absolvieren wollten. Das festige die Freundschaft. Dazu passte auch, dass Reinhard Wiskemann ein Programm für Ost-Stipendiaten des Rotary-Clubs vorstellte. Schön zu sehen sei auch, dass sich nicht nur die Partnerschaft, sondern auch die Region um Stolin weiterentwickelt habe. „Es hat sich viel verändert in den vergangenen 20 Jahren“, so Wagner. „Sehr, sehr glücklich“, seien er und die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Homberg-Stolin über den Besuch, sagte der Vorsitzende, Joachim Jerosch. „Kurz, aber wohltuend“, so empfinde er das Treffen. „Wir haben in Stolin beste Freunde gefunden.“ Man werde alles dafür tun, dass die Partnerschaft funktioniere. Im Mai starte der nächste Hilfstransport und man wolle unbedingt auch wieder Kindern die Möglichkeit eines Erholungsaufenthaltes bieten. Die Homberger dürfen davon ausgehen, dass Andrei Giro nicht nur das Essen geschmeckt hat: Er betonte, dass es sein erster, aber sicher nicht letzter Besuch in der Stadt gewesen sei.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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