Vor dem Amtsgericht: Zwei Männer und eine Frau zu einer Freiheitsstrafe verurteilt

Auf ständiger Diebestour

Treysa. Wegen besonders schweren Diebstahls mussten sich in dieser Woche zwei Männer und eine Frau vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Treysa verantworten. Gegen alle drei Angeklagten wurden Freiheitsstrafen verhängt.

Laut Anklage hatten die Täter, ein 61-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain, eine 37-Jährige aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie deren 50-jähriger Lebensgefährte, von Februar bis August vergangenen Jahres im Schwalm-Eder-Kreis, im Vogelsbergkreis und im Landkreis Marburg-Biedenkopf mehrere Zigarettenautomaten abgerissen und geplündert und eine Reihe von Einbruchdiebstählen begangen. Im Verlauf ihrer Diebestour sollen sie in einen Imbiss, Gaststätten und in Vereinsheime eingedrungen und Bargeld, CDs, eine Damenarmbanduhr sowie Fleisch- und Wurstwaren im Wert von mehreren hundert Euro entwendet haben.

Kupferdachrinnen gestohlen

Laut Anklage hatten sie sich auch Zutritt auf das Gelände einer Neukirchener Dachdeckerei und der Hephata-Werkstätten in Treysa verschafft, wo sie Kupferdachrinnen, Messingwellen und andere Gegenstände im Wert von mehreren tausend Euro stahlen. Zur Last gelegt wurde den drei Angeklagten ebenso, als Bande und gewerbsmäßig gehandelt zu haben. Das Gericht verurteilte die mehrfach vorbestrafte und unter Bewährung stehende 37-Jährige zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Ihr einschlägig vorbestrafter Lebensgefährte wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Gegen den nicht vorbestraften 61-Jährigen verhängte das Gericht eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Nur einzelne Aktionen

Während der rund dreieinhalbstündigen Verhandlung wiesen die 37-Jährige und ihr Lebensgefährte dem 61-Jährigen die Hauptschuld an den Taten zu und erklärten, sie seien an einzelnen Aktionen nicht beteiligt gewesen. Der 50-Jährige gab hinsichtlich der Zigarettenautomaten und des Einbruchs in ein Vereinsheim an, er habe damals unter Alkoholeinfluss gestanden. Im Fall der Dachdeckerei nannte der Angeklagte eine weitere Person, mit der der 61-Jährige den Einbruch begangen haben soll.

Beteiligung erpresst

Schwer belastet wurde dieser auch durch die Aussage der 37-Jährigen, er habe sie mit Wissen um persönliche Lebensumstände erpresst und somit zur Beteiligung an den Taten gezwungen. Dementgegen stand die Aussage des 61-Jährigen, der die gegen ihn gerichteten Vorwürfe der Anklageschrift einräumte und sich auch zu Details der Vorgehensweise äußerte. Gehandelt habe er aus Geldmangel aufgrund seiner Spielsucht. Den Vorwurf der Erpressung wies er energisch von sich. Die Angeklagte habe von sich aus gehandelt, weil sie ebenfalls auf Geld aus gewesen sei. Das Gericht wertete die Aussagen des 61-Jährigen in Bezug auf die Mittäterschaft der 37-Jährigen und ihres Lebensgefährten in den streitbaren Fällen als glaubwürdig und sah in der Erpressungsgeschichte der Angeklagten eine nachgeschobene Schutzbehauptung. Laut Zeugenaussage eines Kriminalbeamten hatte sie während der laufenden Ermittlungen Angaben zu Taten gemacht und sich dabei auch selbst belastet.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Kommentare