Unterschiedliche Preisvorstellungen

Standortsuche für geplantes Wohnheim Breitenau geht weiter

Guxhagen. Nahe der Klosteranlage Breitenau wird nach dem Stand der Dinge kein Seniorenwohnheim gebaut. Grund: Kirche und Investor erzielten nach eigenen Angaben keine Einigung über den Kaufpreis eines 5900 Quadratmeter großen Geländes.

Damit verzögert sich das Vorhaben, erklärte seitens des Investors Geschäftsführer Heinrich Schnatmann vom Bildungs- und Sozialwerk Iserlohn. Am Standort Guxhagen und an der Größenordnung des Projekts halte man aber fest.

Bislang ging es um ein sechs Millionen Euro teures Seniorenwohn- und Pflegezentrum für 60 bis 65 Bewohner auf einem 10.000 Quadratmeter großen Gelände. Das Sozialwerk hofft nun darauf, dass die Gemeinde Guxhagen Alternativstandorte entwickelt. Zur Diskussion stehen zurzeit mehrere Standorte, erklärte dazu Erster Beigeordneter Egon Hofmann. Als mögliche Grundstücke kämen für das Sozialwerk nach derzeitigem Stand unter anderem in der Verlängerung des Rewemarktes am Kreisel ein Gelände am Neubaugebiet Gänsegarten und ein weiteres in der Verlängerung der Schönen Aussicht hinter den dortigen Tennisplätzen infrage, erklärte Egon Hofmann, der in der vergangenen Woche den Urlaub machen Bürgermeister Edgar Slawik vertrat.

"Die Kirchengemeinde bedauert, dass keine Einigung zustande gekommen ist", sagt Pfarrer Uwe Krause vom Kirchenvorstand. Sie müsse jedoch ihr Vermögen sorgfältig verwalten und Grund und Boden zu angemessenen und verkehrsüblichen Preisen verkaufen.

Die Differenz bei den Preisvorstellungen lag nach Angaben der Kirchengemeinde bei 67.500 Euro. Diese Summe habe die Kirche mehr verlangt, als das Sozialwerk zu zahlen bereit gewesen sei. Dabei habe man 2500 Quadratmeter zu je 12,50 Euro und 3400 Quadratmeter zu je vier Euro verkaufen wollen. Seitens der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, die solche Grundstücksverkäufe überwacht, seien die Preisvorstellungen der örtlichen Kirchengemeinde "gerade noch genehmigungsfähig" gewesen, erklärte Ute Stey von der Landeskirche. Dem Sozialwerk habe man außerdem einen Erbbaurechtsvertrag mit späterer Kaufoption angeboten. Darauf sei die Iserlohner Einrichtung aber nicht eingegangen.

Überzogener Preis

Das Sozialwerk unterliege als Verein der Aufsicht des Finanzamtes, erklärte Heinrich Schnatmann. Man akzeptiere weder Spekulation noch völlig überzogene Preise. Bei dem infrage kommenden 5900 Quadratmeter großen Gelände handele es sich um nicht bebaubares Gartenland mit einem Richtwert von 1,20 Euro pro Quadratmeter, das man den Senioren als Kneippschen Garten habe zur Verfügung stellen wollen und für das man weit mehr als den Richtpreis zu zahlen bereit gewesen sei, erklärte der Sozialwerk-Geschäftsführer.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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