Drei Frauen aus dem Gilserberger Hochland erhielten Ehrenplaketten der Gemeinde

Starkes Trio, das anpackt

Ausgezeichnet: Bei der Verleihung der Ehrenplaketten waren (von links) Bürgermeister Lothar Vestweber, Katharina Sprenger Barbara Greve, Erster Beigeordneter Lothar Hirth und Brigitte Pomorin mit von der Partie. Foto: Köcher

Sachsenhausen. Eine reine Frauensache war am Dienstagabend die Verleihung der Ehrenplaketten der Gemeinde Gilserberg. Zur Sitzung des Gemeindeparlamentes im Gasthaus Viehmeier in Sachsenhausen erhielten Barbara Greve, Katharina Sprenger und Brigitte Pomorin die besondere Auszeichnung. Mit der Ehrenplakette werden jedes Jahr Menschen aus dem Hochland und ihre besonderen Verdienste im kulturellen und sozialen Bereich gewürdigt. Und diese hatte das Frauentrio reichlich vorzuweisen:

• Die 1946 in Berlin geborene Grundschullehrerin Barbara Greve zog 1976 zum Studium der Europäischen Ethnologie und Kunstgeschichte an der Universität Marburg mit ihrer Familie nach Lischeid, wo sie seitdem lebt.

Neben ihrer Arbeit als Lehrerin hat sie sich historischen Forschungen mit regionalem Bezug gewidmet, lobte Parlamentsvorsteher Lothar Dietrich – vor allem der jüdischen Geschichte. Diesen „Heimatvertriebenen Nachbarn“, so der Titel ihres ersten Buches, widmete sie sich in langen Jahren.

Preis für Geschichte

Schon als Kind entwickelte sie eine Beziehung zur jüdischen Geschichte und Kultur, die in vielen Publikationen und persönlichen Beziehungen ihren Ausdruck fand.

Dafür erhielt Barbara Greve als erste und bisher einzige Hessin zu Beginn dieses Jahres den bedeutenden amerikanischen Deutsch-Jüdischen Geschichtspreis.

Die 65-Jährige veröffentlichte auch zu anderen Themen, insbesondere zum Lebensabend in der Schwalm. Lebendige Geschichten aus dem Ellerhaus schrieb die Lischeiderin zum Beispiel in einem Buch für die Ziegenhainer Landfrauen nieder.

• Katharina Sprenger (85) aus Lischeid hat sich in über 20 Jahren für die dörfliche Sauberkeit und das Umweltbewusstsein in der Gemarkung Lischeid verdient gemacht, erklärte Bürgermeister Lothar Vestweber. Seit 1988 ist Sprenger Mitglied des Knüllgebirgsvereines Treysa, und jedes Jahr im März initiiert sie in Lischeid die Aktion „Saubere Landschaft“. Außerdem engagiert sich die 85-jährige in der Friedhofspflege, streicht Bänke und sammelt Unrat ein.

• Brigitte Pomorin, im Februar 1949 in Göttingen geboren, heiratete 1971 nach Moischeid. Ab da mischte sie bei den Landfrauen mit, seit 1991 als Vorsitzende. Pomorin hob das Kartoffelfest aus der Taufe gehoben, rief die Adventsnachmittage ins Leben und begründete die Theatertage in ihrem Dorf. Die Moischeiderin war zudem für 13 Jahre die erste weibliche Ortsvorsteherin im Hochland, erinnerte Laudator Lothar Dietrich. Seit 1991 führt die 62-Jährige Badeaufsicht im Moischeider Freibad.

Brigitte Pomorin war außerdem treibende Kraft bei der Dorferneuerung und der 750-Jahr-Feier in Moischeid.

„Eigentlich ist diese Auszeichnung für die Landfrauen“, sagte Pomorin zum Abschluss, „denn die nahmen mich sofort auf, als ich neu im Dorf war.“

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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