EU-Projekt soll helfen Fachkräftemangel zu bekämpfen

Bulgaren beginnen Ausbildung in der Altenpflege in Homberg

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Ausbildung in Deutschland: Acht junge Menschen aus Bulgarien haben im September eine Ausbildung zur Fachkraft in der Altenpflege bei der Awo in Homberg begonnen.

Schwalm-Eder. An der Altenpflegeschule der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Homberg haben acht junge Menschen aus Bulgarien ihre Ausbildung zur Fachkraft in der Altenpflege begonnen.

Das Ausbildungsprojekt wird von der EU gefördert. Ziel des Programms ist es, Fachkräfte für den Bereich der Altenpflege zu gewinnen.

Vorbereitung 

Begonnen hat das Projekt schon im Januar. 30 Menschen zwischen 18 und 27 Jahren haben in ihrem Heimatland sieben Monate lang Deutsch gelernt. Dann ging es für vier Wochen nach Deutschland zum Praktikum. „Es sind nur 21 geblieben. Der Rest hat gemerkt, dass der Beruf nichts für sie ist“, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo-Nordhessen. Acht von ihnen haben im September ihre Ausbildung in Homberg begonnen.

Ausbildung 

In drei Jahren lernen sie alles, was sie für den Beruf des Altenpflegers benötigen. Die theoretische Ausbildung nimmt 40 Prozent der Zeit in Anspruch, den Rest verbringen sie mit praktischer Arbeit in einem Pflegeheim. Zusätzlich haben die Jugendlichen einmal wöchentlich vier Stunden Sprachunterricht.

Starthilfe 

Die Awo musste sich nicht nur um Deutschkurse kümmern, sondern auch um Wohnungen in Homberg und Melsungen. Die haben sie auch gefunden: „Die Auszubildenden leben in Wohngemeinschaften“, sagt Dorit Kühne, Leiterin des Altenzentrums Homberg. Doch Wohnungen zu finden, sei nicht das einzige Problem gewesen. „Die Jugendlichen brauchen ja auch einen Grundbestand an Möbeln. Sie kamen nur mit zwei Koffern nach Deutschland.“ Deshalb hat die Awo unter den Mitarbeitern gesammelt - jeder hat gegeben, was er konnte.

Um den Auszubildenden den Start in Deutschland zu vereinfachen, haben ihre Mitschüler Patenschaften übernommen. Sie zeigten den Jugendlichen den nächsten Supermarkt und wo sie Apotheke und Arzt finden können. So können sich die Jugendlichen leichter in ihre neue Heimat integrieren. „Wir haben geholfen, ein Konto einzurichten“, sagt Dorothea Pampuch, Leiterin der Altenpflegeschule in Homberg. Dorit Kühne fügt hinzu: „Für die Jugendlichen war es eine Herausforderung, den Kontoauszug überhaupt lesen zu können.“

Fremde Kultur 

Viele der Jugendlichen haben zuvor noch nie gearbeitet und alleine gelebt. Das ist aber nicht die einzige Schwierigkeit. Die Auszubildenden kommen aus einer ganz anderen Kultur - vieles ist für sie unverständlich. „In Bulgarien gibt es nur möblierte Wohnungen. Die waren überfordert, als sie gesehen haben, dass die Wohnungen in Deutschland leer sind“, sagt Klaus Mathes, zuständig für die Projektplanung.

Das Förderprogramm 

Die Awo-Nordhessen nimmt am Förderprogramm der Europäischen Union, dem Projekt Mobi-Pro-Eu, teil. Das unterstützt Jugendliche aus EU-Staaten dabei, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Damit soll der hohen Jugendarbeitslosigkeit in der EU entgegengewirkt werden.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit. Die Awo kann ihre Ausbildungsplätze nach eigenen Angaben nur noch schwer besetzen. Mit der Teilnahme am Projekt wollen sie daran mitarbeiten, die Jugendarbeitslosigkeit zu senken und wieder mehr Menschen für den Beruf des Altenpflegers gewinnen.

Denn Fachkräfte im Pflegebereich fehlen - obwohl die Zahl älterer Menschen wächst.

Quelle: HNA

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