Die erste mit Sonnenstrom gespeiste Elektro-Tankstelle im Landkreis ging in Betrieb

Start frei fürs Stromtanken

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Sonnenstrom auch für Autos: Wer ein Elektro-Auto besitzt oder ein anderes Gefährt mit Elektromotor kann künftig an der Radko-Stöckl-Schule tanken. Gestern wurde die Solartankstelle eingeweiht.

Melsungen. Da steht sie nun, die erste Elektro-Tankstelle im Schwalm-Eder-Kreis, die ihren Strom direkt von einer Photovoltaik-Anlage bezieht. Gestern wurde sie eingeweiht, mit einem kleinen Fest und vier Elektroautos, einem Elektro-Roller und zwei Segway-Personentransporten zum Anschauen und Ausprobieren.

Nach nur sechs Monaten Bauzeit war die Anlage zwischen Radko-Stöckl-Schule und Hallenbad fertig gestellt und ging gestern in das Eigentum des Landkreises über. Der betritt damit ein ganz neues Feld, wie Landrat Frank-Martin Neupärtl sagte. Das sei so neu, dass es zurzeit noch keine Richtlinien zur verbrauchsabhängigen Abrechnung fürs Stromtanken gebe.

Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer nannte die Solarankstelle ein Symbol für Veränderungen und die Sonne eine Kooperationspartnerin.

Kreissparkassendirektor Klaus-Otto Winter gestand, er sei zunächst skeptisch gewesen, ob sich die Idee umsetzen lasse. Doch letztlich zogen die Radko-Stöckl-Schule, die Kreissparkasse, die Kirchner Solar-Group, die Eon Mitte, das Fraunhofer Institut, die Naturkraft-Region, Stadt und Landkreis als Kooperationspartner teils mit fünfstelligen Beträgen an einem Strang.

Wie berichtet, kostet die Anlage samt Video-Überwachung und Zaun 70 000 Euro, und die Radko-Stöckl-Schule hat mit 7500 Euro, die sie als Preisgeld von der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten hatte, dafür den Grundstock gelegt.

Thomas Keil, Leiter des Regionalzentrums der Eon Mitte, erklärte, warum sich die Eon entschieden habe, in Melsungen und somit beim Standort an der Berufsschule mitzumachen: „Weil hier in Köpfe investiert wird, nicht in Technik.“

Der Schule, insbesondere dem Leiter der Abteilung Technik, Markus Gille, machte Roland Gaber ein Angebot: Der Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts ist seit über 20 Jahren ein Fan von Elektro-Autos und hat seinerzeit die ersten Autos selbst umgerüstet. Nun bot er der Schule für den Unterricht an, einen älteren VW-Golf mit Elektromotor zur Verfügung zu stellen. Gaber: „Das ist einer von 15 City-Stromern. Sie dürfen ihn nur nicht kaputt machen.“

Wie unspektakulär so ein Elektromotor aussieht, davon machten sich unter anderem Berufsschüler ein Bild. Viel mehr Spaß hatten sie beim Einweihungsfest, das mit ihrer Hilfe organisiert worden war, aber an den Segways, den Stehrollern, die sich je nach Körperposition schneller oder langsamer vorwärts bewegen.

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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