2013 - Bistro Triangel schließt

Nur fünf neue Plätze: Starthilfe bangt um Ausbildungsangebote

Schwalm-Eder. Dem Starthilfe Ausbildungsverbund mangelt es massiv an Nachwuchs. Die Zahl der Lehrlinge ist in diesem Jahr mit 27 auf den absoluten Tiefpunkt gesunken. Zum Vergleich: Noch vor zwei Jahren waren es 61 schulisch und sozial benachteiligte junge Leute, die die Starthilfe beriet, qualifizierte und ausbildete.

Als Grund für den Rückgang sieht Geschäftsführerin Elke Junger den veränderten Arbeitsmarkt. Während der Bedarf der Unternehmen an Nachwuchs weiter steige, sinke parallel dazu die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchten. „Heute kann die Arbeitsagentur deutlich mehr Jugendliche vermitteln als noch vor wenigen Jahren“, sagt Junger.

Für die Starthilfe hat diese bessere Vermittelbarkeit deutliche Konsequenzen. Denn die Ausbildung von Jugendlichen machte bislang ein Drittel ihrer Arbeit aus. Im nächsten Jahr kann der Verbund gerade fünf neue Ausbildungsplätze besetzen. 2010 waren es 30.

Ohne Nachwuchs kann die Starthilfe den Betrieb in ihren Ausbildungsrestaurants in der Homberger Untergasse und in der Triangel am Behördenzentrum nicht aufrecht erhalten. Die Konsequenz: Die Triangel wird nächste Woche geschlossen. Das Lokal sei als Qualifizierungsbetrieb geplant worden - was ohne Auszubildende eben nicht möglich sei.

Schuld an der Misere seien auch die gesunkenen Fördersummen. Hatte die Arbeitsagentur bis 2010 die Plätze bei der Starthilfe finanziert, hat sie sich mittlerweile komplett zurückgezogen.

Heute finanziert das Jobcenter die Ausbildung junger Leute bei der Starthilfe - zumindest in Ansätzen. Allerdings nur die von Jugendlichen aus Familien, die Hartz IV beziehen. Für Junger ist das nicht nachvollziehbar: „Die Verlierer sind all die Jugendlichen, die nicht in einem Betrieb ausgebildet werden können und die keine Hartz IV-Empfänger sind.“

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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