Im Wolfhager Stadtwald werden erstmals Douglasien mit Ballen gepflanzt

Starthilfe für zarte Bäume

Bäume der Zukunft: Revierförster Friedrich Vollbracht mit den jungen Douglasien, die am Donnerstag per Lkw von einer Baumschule aus Norddeutschland geliefert wurden. Fotos:  Norbert Müller

Wolfhagen. 2000 saftig grüne Nadelbäumchen drängen sich in der alten Scheune, drei Jahre alt, knapp 30 Zentimeter hoch. Die jungen Douglasien werden in den kommenden Tagen an verschiedenen Stellen im Wolfhager Stadtwald gepflanzt, bei Ippinghausen, Leckringhausen und Niederelsungen.

Das Pflanzen von Douglasien im Stadtwald ist nicht neu, die Baumart gilt als beste Alternative zur flach wurzelnden und deswegen für die zunehmenden Trockenphasen anfällige Fichte. Douglasien wurzeln tief, wachsen schnell. Neu ist, dass jedes Pflänzchen in einem mit Erde gefüllten Blumentopf aus Pappe angeliefert werden und im Topf auch in den Waldboden gesetzt werden. Bislang kamen sie mit blanker Wurzel aus der Baumschule, wurden eingegraben und überlebten häufig nicht einmal das erste Jahr.

„Im Herbst 2010“, sagt Revierförster Friedrich Vollbracht, „da war der Waldboden trocken, und es gab sehr früh Frost“. Von den so genannten Nacktwurzlern gingen rund 60 Prozent der frisch gepflanzten Douglasien ein. Bei den Pflänzchen mit Ballen geht der Förster davon aus, dass 95 Prozent überleben. Denn: „Sie kommen bestens mit Nährstoffen und Wasser versorgt und mit gutem Wurzelballen in den Wald rein und erleiden keinen Pflanzschock“, sagt Vollbracht.

Früher setzen

Das hat allerdings auch seinen Preis: 75 Cent kostet die Pflanze mit blanker Wurzel, 1,35 Euro im Papptopf. Neben der großen Anwuchschance nennt Friedrich Vollbracht einen weiteren Vorteil: Normalerweise pflanze man nach Abschluss der Vegetationszeit - ab Ende Oktober. Mit Ballen könne man jetzt schon pflanzen, zu einer Zeit, in der die Waldarbeiter vor dem Start der Holzernte noch relativ wenig zu tun haben.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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