Nach Weiterstadt

Startschuss für den Umbau am Gefängnis Ziegenhain

Schwalmstadt. Hessen und Thüringen unterzeichnen am Donnerstag den Staatsvertrag über die Unterbringung von Menschen in Sicherungsverwahrung. Das hatte der thüringische Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) angekündigt. Geplant ist eine gemeinsame Sicherungsverwahrung im Schwalmstädter Gefängnis.

Dazu wird im kommenden Jahr ein Gebäudetrakt, der so genannte Erweiterungsbau, der Haftanstalt umgebaut werden. Poppenhäger sagte nach einem Besuch bei der hessischen SPD-Fraktion in Wiesbaden, Thüringen werde „maximal 15 Plätze“ in der Einrichtung belegen. Neben 63 Plätzen für Sicherungsverwahrte wird es im Ziegenhainer Gefängnis nach Angaben von Anstaltsleiter Jörg Bachmann dann noch 200 Haftplätze geben.

Aktuell packen in Ziegenhain gerade 31 Sicherungsverwahrte ihre Sachen und räumen die Zellen. Zur vorübergehenden Außenstelle des Schwalmstädter Gefängnisses wird für ein knappes Jahr die ehemalige Untersuchungshaft der Weiterstädter Haftanstalt.

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Der Umzug dorthin soll nach Angaben von Anstaltsleiter Bachmann spätestens im Januar abgeschlossen sein. Wenn die Sicherungsverwahrten – voraussichtlich Ende des kommenden Jahres – von ihrem Übergangsdomizil zurück in den umgebauten Erweiterungsbau am Ziegenhainer Gefängnis kommen, werden ihre Räume nicht mehr Zellen, sondern Zimmer heißen.

Etwa 30 Vollzugsbeamte werden für den Übergangsbetrieb nach Weiterstadt abgeordnet, zudem so genannte Fachdienste wie Psychologen und Sozialarbeiter.

Eine Belastung, die das Anstaltspersonal gemeinsam tragen wolle. Gruppenweise werden sich die Mitarbeiter abwechseln, erklärte Personalratsmitglied Stefan Krumpholz. Die erste Gruppe sei bereits eingeteilt.

Von Sylke Grede

Hintergrund: Erste Arbeiten schon im Januar

Anstaltsleiter Jörg Bachmann rechnet damit, dass im Januar erste Außenarbeiten beginnen könnten. Die Bauarbeiten im Inneren des Gebäudes starten voraussichtlich im April. Eigene Zimmer, eigene Kleidung, häufiger Besuch, mehr Außenkontakte, insbesondere mehr Therapie – das sieht der Gesetzentwurf zur Neuregelung der hessischen Sicherungsverwahrung vor. Genau daran orientiert sich bereits jetzt die Unterbringung der Schwalmstädter Sicherungsverwahrten. Zwölf Millionen Euro soll der Umbau des Gebäudes kosten, in dem künftig 63 Sicherungsverwahrte leben können. Geplant sind etwa 18 Quadratmeter große Zimmer mit einem Bad. (syg)

Quelle: HNA

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