Inmitten der Natur können Michael und Klaus Kreiker im Heilerbachtal vom Stress des Alltags abschalten

Staunen und von den Bienen lernen

Genießen vom Heilerbachtal aus den Blick auf den Dörnberg: Klaus und Michael Kreiker. Foto: zhf

Zierenberg. Der Dörnberg strahlt golden im Licht der Sonne, über die Wipfel der alten Bäume streicht der Sommerwind. Es duftet nach Kräutern und kunterbunten Sommerblumen, die überall im kniehohen Gras wachsen und dem Naturerlebnis eine würzige Note verpassen. Es ist still. Nichts ist zu hören, außer dem Gesang der Vögel, ab und an das Muhen der Kühe, die unweit auf den tiefgrünen Weiden die Sommermonate genießen. Es ist ein Ort der Ruhe und Muße. Für Michael Kreiker ein Sehnsuchtsort, ein Lieblingsplatz.

Wo sich seine Eltern Doris und Klaus einen Lebenstraum verwirklicht haben, schafft es auch der 33-Jährige, vom Alltagsstress abzuschalten. Wer den quirligen Feuerkünstler kennt, weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Kreiker läuft immer auf Hochtouren, hetzt von Auftritt zu Auftritt, feilt als Chef der bundesweit erfolgreichen Evil Flames Fire Company emsig an seiner Karriere. Gerade jetzt, wo er als Künstler des Jahres nominiert ist, lässt sein Terminkalender kaum mehr Luft zum Atmen. Dann sind ihm die Stunden im Garten des elterlichen Anwesens im Heilerbachtal besonders wichtig. „Wenn ich mal runterkommen muss, ziehe ich mich hierher zurück“, sagt der Habichtswalder. „Beim Blick auf den Dörnberg, die sagenumwobene Wichtelkirche gleich um die Ecke, vergesse ich die Zeit, es ist einfach eine herrliche Ecke, die jeden zur Ruhe kommen lässt, selbst mich.“

Viele gemeinsame Stunden

Dazu tragen auch seine kleinen Bienenfreunde bei, die fröhlich um ihn herumschwirren und sich im Naturparadies mindestens so wohl fühlen wie er selbst. Die Leidenschaft für die Imkerei schenkt Vater und Sohn seit diesem Sommer viele gemeinsame Stunden. Sie sitzen auf der alten Holzbank oben am Hang des abschüssigen Grundstücks, fachsimpeln über das neue Hobby und beobachten ihre zwei Carnica-Völker, die in Bienenkisten ihr Tagwerk verrichten. „Die herkömmliche, auf Honigernte fixierte Imkerei war nicht das, was wir wollten“, sagt Kreiker. „Uns geht es um die Biene an sich, um die Bestäubung der umliegenden Bäume und dass am Dörnberg auch in Zukunft viele Bienen fliegen.“ Diese wesensnahe Form der Haltung habe ihn als naturbezogenen Menschen überzeugt. „Wir dürfen gucken, beobachten und von den Bienen lernen“, sagt er. Was sie ihm sehr schnell beigebracht hätten, sei die innere Ruhe, ohne die Imkerei schlichtweg nicht möglich wäre. „So, wie ich auf die Bienen zugehe, reagieren sie auch auf mich, Ruhe wird von ihnen gefordert und letztlich auch gefördert.“

Das merkt er vor allem dann, wenn er stundenlang vor einer der Kisten hockt und die Tiere am Flugloch beobachtet. Dann ist der stressige Alltag vergessen, macht sich ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit breit. Und wenn er dann später mit Vater Klaus auf der Holzbank sitzt und zusieht, wie die Sonne den gegenüberliegenden Dörnberg golden schimmern lässt, dann weiß er genau, warum er so gern hierher kommt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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